Schallers große Vision
Österreichs Davis-Cup-Kapitän Gilbert Schaller hat einen Traum: Der 40-jährige Steirer will als Tourcoach arbeiten und einen noch nie da gewesenen Spieler an die Weltspitze führen.

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Nach dem 5:0-Spaziergang gegen Mexiko in Pörtschach sagte Thomas Muster im September 2006 "Auf Wiederschaun" zum Davis-Cup-Team und übergab das Kapitänszepter an Gilbert Schaller. Der feierte seinen Einstand im Februar 2007 in Linz - mit dem 1:4 gegen Argentinien allerdings wenig erfolgreich. Mittlerweile hat der gebürtige Brucker, der in Brunn am Gebirge lebt, bereits sechs Davis-Cup-Duelle auf dem Buckel und hofft, bei seinem siebenten Auftritt als ÖTV-Kapitän in Bad Gleichenberg mit einem Sieg über die Slowakei die persönliche Bilanz auf 3:4 zu verbessern.
"Handtuchhalter"
Jener Job, den Muster noch vor seinem eigenen Amtsantritt wenig nett als "Handtuchhalter" abtat, hat sich für Schaller als "interessante Aufgabe mit jeder Menge Gefühlen und Anspannungen" entpuppt. Der einstige Vorwurf, dass er auf der Bank zu passiv sei, lässt "Schilli" kalt: "Damals habe ich mir schon den Kopf darüber zerbrochen, doch warum sollte ich mich für andere ändern? Wichtig ist, was die Spieler denken, und deren Feedback ist absolut positiv." Einziger Wermutstropfen bei diesem Job: "Läuft es nicht, wird alles auf den Kapitän abgeschoben. Aber so ist das eben, damit muss man leben", weiß Österreichs "Mister Tennis", der ja seit 2005 auch das Amt des rot-weiß-roten Sportdirektors bekleidet.
Wie lange der Steirer noch den heimischen Davis-Cup-Boss spielen will, lässt er offen. Dafür plauderte der 40-Jährige über seine Vision, die er früher oder später unbedingt verwirklichen will: "Ich habe als Spieler und Betreuer in den letzten 20 Jahren schon so viele Erfahrungen gesammelt - diese will ich weitergeben." Und zwar als Tourcoach eines Spielers, den er dann an die Weltspitze führen will. Dieser Auserwählte soll ein Spieler sein, "den es auf der ATP-Tour quasi noch nicht gibt".
Vor und zurück
Und wie sieht der aus? "Die Basis bilden natürlich eine perfekte Technik, Physis und Psyche. Dazu kommen komplexe Details wie das richtige Vor- und Zurücklaufen und das Arbeiten auf dem Platz, das bis auf etwa fünf Spieler keiner beherrscht. Das ist das Tennis der Zukunft."
Apropos Zukunft - wie ist es um jene des heimischen Tennis bestellt? "Mit der momentanen Gesamtsituation bin ich zufrieden. Talente sind auf alle Fälle vorhanden, doch werden zu viele davon vergeudet. Da gilt es, künftig noch konsequenter den Hebel anzusetzen."













