Am Ende bleibt "der große Witz von Kitz"
Tennis in Kitzbühel ist Geschichte, Österreich hat 2010 erstmals kein Freiluft-Turnier mehr.

Foto © GEPAZaudern der Stadtpolitik wohl Ursache
Was die Spatzen bereits von den Dächern pfiffen, ist seit Freitag traurige Gewissheit: Die ATP hat das Traditionsturnier in Kitzbühel nach 64 Jahren aus dem Turnierkalender gestrichen und den Termin an Nizza vergeben. Damit steht Österreich im Herren-Tennis ohne Freiluft-Turnier da. Hauptauslöser für dieses Dilemma: Eine von der Kitzbüheler Stadtpolitik mehrmals versäumte Frist zu einer Unterschrift unter den bereits ausverhandelten Stadionnützungsvertrag. Damit ist die Wiener BA-Trophy das letzte ATP-Tour-Turnier auf österreichischem Boden.
Ronnie Leitgeb bleibt weiterhin Besitzer dieser ATP-Lizenz, die nun für fünf Jahre an Nizza vermietet ist - mit einer Option auf weitere fünf Jahre. "Mich trifft's persönlich wirklich, weil ich gedacht habe, dass man in Österreich wenigstens so etwas Wichtiges retten kann. Dass man das dann so ziehen lässt, ist schon enttäuschend", betont der Melzer-Manager.
Eitelkeiten und Intrigen
Doppelt bitter: Vom Land Tirol war eine große Unterstützung zugesichert und auch mit Interwetten ein Großsponsor fixiert. Der Grund für den "großen Witz von Kitz" ist in persönlichen Eitelkeiten und Intrigen in der Gamsstadt zu suchen. Die Unterschrift unter den Stadionnützungsvertrag war nur noch Formsache - aber trotz Setzens mehrerer Nachfristen gelang es der Stadtgemeinde nicht, das Turnier zu sichern. Leitgeb: "Sie verstehen leider nicht, wie professionell das in dieser Liga sein muss und sie verstehen nicht, mit welchen wirtschaftlichen und pragmatischen Parametern ein System wie die ATP versetzt ist."
Weitere Reaktionen: "Das ist sehr traurig. Wenn wir Wien jetzt auch noch verlieren, dann ist die österreichische Turnierlandschaft tot. Wir müssen alle Hebel ansetzen, dass das nicht passiert", sieht es ÖTV-Sportdirektor Gilbert Schaller. Und Wien-Veranstalter Herwig Straka: "Die Katastrophe ist eingetreten. Drei Turniere waren für Österreich zu viel, aber zwei war eigentlich - im Winter und im Sommer eines - dem Markt entsprechend."













