Jürgen Melzer erfüllte sich seinen Bubentraum
Jürgen Melzer triumphierte mit einem Zweisatzsieg über Marin Cilic in Wien und trat das Erbe von Horst Skoff an. Im Doppel jubelte Oliver Marach.

Foto © APAEin Küsschen von Freundin Mirna Jukic für den Sieger
Als Horst Skoff 1988 mit einem Finalsieg über Thomas Muster den bisher einzigen heimischen Sieg beim Wiener Stadthallen-Turnier fixierte, war Jürgen Melzer gerade mal sieben Jahre alt. Doch der "Pimpf" beschloss schon damals, irgendwann einmal selbst ein Turnier auf heimischen Boden zu gewinnen. 2005 in St. Pölten und 2008 in Kitzbühel war er jeweils im Finale noch knapp gescheitert, am Sonntag konnte sich der Österreicher endlich seinen Bubentraum erfüllen und trat zugleich das Erbe von Skoff an. Mit einer sensationellen Leistung demontierte Melzer den topgesetzten Kroaten und Weltranglisten-13. Marin Cilic in 92 Minuten mit 6:4, 6:3 und fixierte damit seinen zweiten Titel nach Bukarest 2006.
86.500 Euro und ein Busserl
Kein Melzer-"Double"
"Ich bin überglücklich. Den Titel zu Hause zu holen, ist das Beste, was mir bis jetzt in meiner Karriere passiert ist, oder das Schönste, was ich je erleben durfte. Einfach super", strahlte der 28-Jährige mit Tränen in den Augen. Zur Belohnung gab's 86.500 Euro Preisgeld, 250 Punkte für die Weltrangliste und ein langes Siegerbusserl seiner Freundin Mirna Jukic, die mit dem Familienclan fest die Daumen drückte.
Für Melzer standen die Vorzeichen für Wien gar nicht gut, laborierte er doch an einer hartnäckigen Fersenverletzung und überstand die Woche auch nur dank einer Sitzung bei "Wunderheiler" Mohamed Khalifa in Hallein und starker Schmerzmittel. Kein Wunder also, dass der Niederösterreicher noch am Sonntag sein Antreten für Basel (dort wäre es zum Erstrunden-Duell mit Daniel Köllerer gekommen) abgesagt hat. Die Saison ist für Melzer damit vorzeitig beendet, doch blickt der Deutsch-Wagramer bereits nach vorne: "Ich werde das Jahr unter den ersten 30 abschließen, dann habe ich bis Rom sehr wenig zu verteidigen. Da ist nach oben hin alles offen. Auch der Weg unter die Top 20 sollte möglich sein."
Features
Fotoserie
Sieg im Williams-Duell
Österreichische Wien-Finalisten
- 1988: Horst Skoff - Thomas Muster 4:6, 6:3, 6:4, 6:2
- 1990: Anders Järryd (SWE) - Horst Skoff 6:3, 6:3, 6:1
- 1993: Goran Ivanisevic (CRO) - Thomas Muster 4:6, 6:4, 6:4, 7:6
- 1995: Filip Dewulf (BEL) - Thomas Muster 7:5, 6:2, 1:6, 7:5
Erfolgreiche Bilanz
Fakten
Mehr als drei Jahre nach seinem ersten Sieg auf der ATP-Tour in Bukarest hat Tennis-Ass Jürgen Melzer am Sonntag in Wien für seinen zweiten und den insgesamt 59. ATP-Sieg eines Österreichers gesorgt.














