Fast 50.000 Zuschauer bei BA-Trophy 2009
Turnierdirektor Straka will in Zukunft das "hawk-eye" nach Wien holen. "Werden das Stadthallenturnier nicht einfach sterben lassen", sagt Stadthallen-Direktor Peter Gruber.

Foto © GEPAVor allem Jürgen Melzers Erfolg beflügelte die Fans in Wien
Mit der Absage von Superstar und US-Open-Sieger Juan Martin del Potro wenige Wochen vor der Bank-Austria-Trophy und dann auch der Fersenverletzung von Jürgen Melzer hatte das Turnier nicht gut begonnen. Doch die Verletzung des Österreichers war dann nicht so schlimm, er erreichte das Finale. So kamen letztlich rund 50.000 Zuschauer in die Wiener Stadthalle.
"Wir haben vor dem Finale knapp 50.000 abgesetzt. Zwar sind die Logenverkäufe sehr stark zurückgegangen, weil einige Sponsoren ausgefallen sind, dafür ist der 'normale Verkauf' um 20 Prozent gestiegen. Das zeigt, dass das Interesse am Tennis wieder im Steigen ist", meinte Stadthallen-Direktor Peter Gruber am Sonntag bei der traditionellen Abschlusspressekonferenz in den Katakomben seiner Arbeitsstätte.
Auch Neo-Turnierdirektor Herwig Straka resümierte zufrieden und freute sich freilich besonders über den Lauf von Jürgen Melzer. "Eine Super-Premiere für uns. Melzer scheint doch der Knopf aufgegangen zu sein, ich glaube, dass Jürgen auch die Freundschaft nicht nur zu Mirna, sondern auch zur Familie Jukic viel weiterhilft. Da wurde ihm aus deren sportlicher Vergangenheit wirklich etwas mitgegeben, wo es ein bisschen "klacks" gemacht hat. Das ist mein persönliches Gefühl", glaubt Straka.
Zufrieden mit dem Belag
Dies sei aber freilich außerhalb seines Einflusses. Allseits gelobt worden sei allerdings der weit schneller gemachte Boden. "Wir hatten keine einzige Beschwerde mehr. Der Ballsprung ist viel fairer, die Punkte waren schneller und es gab keine unendlichen Rallyes mehr", so Straka. Nach der Absage von del Potro haben die Veranstalter mit Marin Cilic, der unbedingt noch zum ATP-World-Tour-Finale nach London kommen möchte, einen guten Ersatz gefunden. "Er hat sich voll reingehaut", so der Steirer zufrieden.
Für die Zukunft will Straka wieder auf starke Österreicher und ein ausgewogenes internationales Feld bauen. Man will auch weiterhin auf Gael Monfils setzen. "Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, noch einmal Djokovic oder Nadal in Wien zu sehen. Da wird es erste Gespräche in London geben, aber das ist eher unwahrscheinlich. Federer ist definitiv auszuschließen, weil er einen langjährigen Vertrag in Basel hat und sicher nicht in der Woche davor spielen wird."
"Turnier nicht sterben lassen"
Ein Wunsch Strakas ist die Integrierung des publikumswirksamen "hawk-eye"-Systems in Wien, dass aber derzeit mit 50.000 Euro nur für die Woche zu teuer ist. Straka will versuchen, gemeinsam mit anderen Turnierdirektoren einen besseren Deal auszuhandeln. "Das wäre vielleicht sogar mehr wert, als einen weiteren Spieler zu holen.
In Sachen Sponsoren gäbe es eine Absichtserklärung der Bank Austria, die Frage ist nur noch die Höhe des Betrags. Der Stadthalle gehört die ATP-Lizenz, die man freilich teuer verkaufen könnte, im Notfall. "Das Stadthallen-Turnier ist das größte österreichische Tennisturnier, die größte Einzelveranstaltung der Wiener Stadthalle überhaupt mit dem größten Budget und die größte Einzelveranstaltung mit der größten Umwegrentabilität (Anm. - 2008: 2,7 Mio. Euro für die Stadt Wien). Eine Überlegung, das Turnier einfach sterben zu lassen, ist völlig absurd." Man werde alles versuchen, um die Sponsoren wieder zurückzuholen und auch die Stadt Wien stärker einzubinden.
Freude über tolle Stimmung
Besonders erfreut zeigte sich Straka über die Stimmung. "Das war Freitag, Samstag unglaublich, dass hat es lange nicht im österreichischen Tennis gegeben. Es waren erstmals seit langem wieder die Fahnen heraußen." In Sachen Positionierung des Turniers glaubt Straka, dass Wien in der 250er-Kategorie bei den besten ist. "Da haben wir einen sehr guten Stellenwert, wir zahlen mehr Preisgeld als ca. 80 Prozent der Turniere dieser Kategorie.
Eine kleine Ehrung gab es für Leo-Günther Huemer, der 47 Jahre seines Berufslebens in der Wiener Stadthalle verbracht hat, für 35 Jahre als Turnierdirektor. "Er hat dem Stadthallenturnier das Gesicht gegeben, dass es heute hat", bedankte sich Gruber bei Huemer, der auch weiterhin in der Organisation mitarbeiten wird.













