Charmanter Topstar in Linz - Flavia Pennetta
Beim dritten Anlauf in Linz soll es für sie klappen mit dem Turniersieg. Flavia Pennetta hat jedenfalls die besten Chancen dazu.

Foto © APFlavia Pennetta
Die 27-jährige Italienerin ist erstmals beim Generali Ladies als Nummer 1 gesetzt und hat heuer einen weiteren Karriere-Sprung hinter sich. Die erste Runde gegen Meghann Shaughnessy (USA) meisterte die Weltranglisten-Elfte am Dienstag mit 6:1,6:1 souverän, doch sie hat in Linz noch mehr vor.
"Ich habe sehr beständig gespielt, aber auch keine unglaublichen Dinge vollbracht. Ich muss vielleicht aggressiver spielen, aber der Platz hier ist ziemlich langsam und die Bälle sehr schwer", meinte Pennetta, die nun im Achtelfinale auf die Deutsche Anna-Lena Grönefeld trifft. Doch egal wie dieses Turnier und dieses Jahr sportlich für sie enden, sich selbst hat sie schon einiges bewiesen.
Top Ten
Silvia Farina Elia, Francesca Schiavone und sie selbst hatten bis vor Kurzem ein Schicksal geteilt: Weiter als bis Platz 11 ging es in der Weltrangliste nicht. Noch keine Italienerin hatte es in die Top Ten geschafft, doch am 17. August war es nach Turniersiegen in Palermo und Los Angeles sowie einem Halbfinale in Cincinnati so weit.
Die Reaktion in der Heimat war euphorisch. "Ich war in den USA, als alles passiert ist, daher habe ich nicht viel bemerkt. Erst als ich nach Europa und vor allem Italien zurückgekehrt bin. Alles war wirklich verrückt, vielleicht zu viel. Ja, ich habe die Top Ten erreicht, aber ich habe ja kein Grand-Slam-Turnier gewonnen", meinte die nicht nur gut aussehende, sondern auch charmante Flavia lachend. In Italien hatte ihr Vorstoß für Schlagzeilen gesorgt, als sie kurze Zeit zu Hause war, wurde sie von Interview zu Interview, von Medientermin zu Medientermin gehetzt. Begleitet von ihrer Familie.
"In meiner Heimatstadt haben mich die Leute überall auf der Straße aufgehalten. Das war anders, ich war daran nicht gewöhnt. Es ist nett, aber man weiß nicht immer wie man reagieren soll", erzählte Pennetta, die schon seit 2000 auf der Tour spielt. Ihr Vater, der bei allen Terminen dabei war, war erschöpft. "Er hat gesagt: 'ich liebe es, wenn du daheim bist, aber zum ersten Mal bin ich froh, dass du wegfährst, weil ich total müde bin", schilderte Pennetta mit einem Grinsen.
Kick
Schon Ende 2008 war sie bis auf Platz 14 vorgedrungen und hatte bei den US Open zuvor das Viertelfinale erreicht. Das ist ihr auch heuer in Flushing Meadows gelungen. Ob das Erreichen der Top Ten ihr den letzten Kick für die Karriere gibt, weiß sie nicht, sie wünscht es sich.
Ziele hat sich Pennetta neben den Top Ten auch schon weitere erfüllt: Den Sieg im Fed Cup könnte sie heuer nach 2006 in wenigen Wochen sogar wiederholen, Nummer 1 Italiens ist sie auch schon. In den "drei, vier Jahren", die die Frau aus Brindisi noch weiterspielen will, gibt es aber schon noch Ziele. Zum Beispiel das erstmalige Erreichen der WTA-Championships in Doha zum Saisonabschluss. "Wir sind vier, fünf Spieler, die um den einen noch freien Platz spielen. Ich muss hier und in Moskau gewinnen, das wird nicht einfach, aber ich bin hier, um das Turnier zu gewinnen", verspricht sie.
Der größte Traum ist es natürlich, auch einmal ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. "Könnte ich eines aussuchen, wäre es Roland Garros oder auch Wimbledon, aber egal, Hauptsache eines." Dann würde die bisher achtfache Turniersiegerin einen weiteren Hype um sie in Italien wohl gerne in Kauf nehmen.
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