Favorit Federer in US-Open-Endspiel vor Del Potro gewarnt
Roger Federer greift nach seiner sechsten aufeinanderfolgenden US-Open-Krone und seinem 16. Major-Titel insgesamt.

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Im Halbfinale setzte sich der Schweizer am Sonntagabend (Ortszeit) gegen den als Nummer vier gesetzten Serben Novak Djokovic 7:6(3),7:5,7:5 durch und trifft im Endspiel am Montag (nicht vor 22.00 Uhr MESZ) auf den Argentinier Juan Martin Del Potro, der den nicht ganz fitten Rafael Nadal mit 6:2,6:2,6:2 nach Hause schickte. Das Duell mit dem 20-jährigen "Jungspund" aus Südamerika ist für Federer das bereits 21. Finale in den vergangenen 22 Major-Turnieren.
Djokovic sah sich nach seiner Niederlage auch von Fortuna im Stich gelassen. Im ersten Satz fehlten ihm zwei Punkte zum Satzgewinn, im zweiten Durchgang sicherte sich Federer zwei Satzbälle nach einem Ballwechsel inklusive Netzroller, wenig später kam er mit einem Vorhand-Kracher zur vorentscheidenden Führung. Im dritten Abschnitt musste Federer bei 4:4 noch zwei Breakchancen abwehren. "Ich rede nicht gerne von Glück. Heute hatte ich es aber sicher nicht", resümierte Djokovic.
"Schönster Schlag"
Federer wird in diesem Spiel freilich vor allem wegen eines herrlichen Balls in der entscheidenden Phase beim Stand von 7:6,7:5,6:5,30:0 in Erinnerung bleiben. Der Serbe hatte Federer mit einem Stoppball ans Netz gelockt und dann einen Lob gespielt. Federer koordinierte seine Bewegung perfekt und spielte den Ball zwischen den Beinen hindurch derart schnell an Djokovic vorbei, dass nicht nur diesem lediglich das Staunen blieb. "Das war wohl der schönste Schlag meines Lebens. Er ist mir zwar schon das dritte Mal in einem Match gelungen, aber hier war es im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers, und es war alles dabei: Kraft, Geschwindigkeit, Präzision, sagte der Schweizer.
Nun bekommt es Federer in seinem sechsten US-Open-Finale mit seinem sechsten verschiedenen Gegner zu tun. Statistisch gesehen ist der 28-Jährige klarer Favorit. Der Schweizer hat gegen den Argentinier alle bisherigen sechs Partien gewonnen. Heuer standen sich die Kontrahenten schon zweimal gegenüber, mit völlig unterschiedlichem Matchverlauf allerdings. In Melbourne hatte Federer seinem Gegner eine veritable Lektion erteilt (6:3,6:0,6:0), bei den French Open sich aber erst im Entscheidungssatz (6:4) durchgesetzt.
Die souveräne Vorstellung Del Potros gegen Nadal nötigte Federer einigen Respekt ab. "Er hat ein großes Spiel abgeliefert, weil dir Rafa (Nadal, Anm.) keine leichten Matches gönnt. Das ist beeindruckend, und deswegen darf man ihn nicht unterschätzen", erklärte Federer. Betrachtet man die souveränen Vorstellungen des Österreicher-Bezwingers Del Potro, der im Oktober 2008 in die Top-Ten vorgestoßen war und auf dem Weg ins Endspiel in sechs Matches nur zwei Sätze abgab, scheint die Vorsicht Federers verständlich. "Er ist von Monat zu Monat besser geworden", konstatierte der Titelfavorit.
Der erste Südamerikaner in einem Grand-Slam-Finale seit Fernando Gonzalez (CHI) 2007 bei den Australian Open, der den Auftritt gegen Nadal als bestes Spiel seiner Karriere bezeichnete, schwebt jedenfalls schon jetzt auf Wolke sieben. "Das war ein unglaubliches Match. Jetzt bin ich knapp dran, es zu schaffen. Davon habe ich schon immer geträumt."














