Kussattacke auf Rafael Nadal
Nadal wurde nach seinem Sieg eine zweifelhafte Ehre zuteil, als ihn ein auf den Platz gestürmter Fan umarmte und mit einem Kuss auf die Wange bedachte.

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Rafael Nadal hat sich nicht schocken lassen, ist trotz seines Fehlstarts ins Viertelfinale der US Open eingezogen und darf weiter auf seinen ersten Titel im "Big Apple" hoffen. Der Spanier verlor am Dienstagabend (Ortszeit) zwar den ersten Satz gegen den starken Franzosen Gael Monfils, setzte sich dann aber souverän mit 6:7(3),6:3,6:1,6:3 durch. "Ich bin unheimlich froh, dass ich auch dieses Match gewonnen habe", sagte Nadal und lobte seinen laufstarken Gegner: "Gael hat wirklich unglaublich gut gespielt. Ich will meinen ersten Titel hier in New York holen."
Eine besondere Überraschung gab es nach dem Match, als ein Fan im Arthur-Ashe-Stadion auf den Platz stürmte. "Der Kerl war nett. Er hat gesagt: "Ich liebe dich, und hat mich geküsst." Sicherheitsleute entfernten den Eindringling, das scheinbar ungerührte Objekt der Begierde rang sich ein Lächeln ab: "Der Bursche war wirklich nett, er hat ,ich liebe Dich' gesagt." Der "nette Bursche" wurde in Haft genommen, die Turnierleitung will ihre Sicherheitsmaßnahmen überdenken. Ein derartiger Zwischenfall passierte heuer bei einem Grand-Slam-Turnier bereits zum zweiten Mal. Im Finale der French Open war ein Fan Roger Federer denkbar nahe gekommen.
Verletzungspause wegen Knie-Problemen
In der Runde der besten Acht bekommt es der Weltranglisten-Dritte, der erst vor knapp einem Monat seine seit den French Open andauernde Verletzungspause wegen Knie-Problemen beenden konnte, mit Fernando Gonzalez zu tun. Der Chilene verlor gegen den höher eingestuften Franzosen Jo-Wilfried Tsonga ebenfalls den ersten Satz, siegte schließlich aber ebenso verdient mit 3:6,6:3,7:6(3),6:4. Ebenfalls ins Viertelfinale zogen der Kroate Marin Cilic und der ebenso erst 20-jährige Argentinier Juan Martin del Potro, Bezwinger der Österreicher Jürgen Melzer (2. Runde) und Daniel Köllerer (3. Runde), ein.
Cilic ließ die englische Nummer zwei der Welt, Andrew Murray, alt aussehen, schickte den Briten mit 7:5,6:2,6:2 vom Platz. Vorjahrsfinalist Murray, der in New York als Titelkandidat gehandelt wurde, muss damit seinen Platz in der Weltrangliste am kommenden Montag an Nadal abgeben. Während Cilic vom "besten Resultat meiner Karriere" schwärmte, war Murray geknickt: "Ich hätte heute in so ziemlich allen Belangen besser sein können und habe schlecht gespielt", sagte der Schotte.
Selbstvertrauen
Bei den Damen steht Titelverteidigerin Serena Williams im Halbfinale. Die dreimalige Siegerin aus den USA musste gegen die als Nummer zehn gesetzte Italienerin Flavia Pennetta allerdings mächtig kämpfen, ehe sie den 6:4,6:3-Erfolg in ihrem 28. Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Tennisturnier gesichert hatte. "Ich habe stark aufgeschlagen, und das gibt mir viel Selbstvertrauen", sagte Serena Williams.
In der Vorschlussrunde trifft die 28-Jährige, die auch bei einem möglichen vierten US-Open-Triumph die Russin Dinara Safina nicht von Platz eins der Weltrangliste verdrängen kann, auf Kim Clijsters. Die Belgierin dient Williams auch als Inspirationsquelle: "Ich habe mir gesagt, dass ich auch ein Baby haben sollte und dann noch schneller zurückkommen kann", scherzte Williams.
Die "Comeback-Mami", wie eine Zeitung in den USA schrieb, setzte sich mit 6:2,6:4 gegen die Chinesin Li Na durch. Die US-Open-Siegerin von 2005 war erst vor gut einem Monat auf die Tennis-Tour zurückgekehrt, nachdem sie im Februar 2008 Tochter Jada Ellie zur Welt gebracht hat. "Sie ist eine nette Person, der ich das Beste wünsche - nur nicht im nächsten Match", sagte Williams, die nur einen der acht Vergleiche verloren hat.
Während noch immer viele Experten rätseln, wie eine Spielerin nach einer zweijährigen Pause derart erfolgreich sein kann, hatte Roger Federer eine einfache Erklärung parat: "Es ist wie Fahrradfahren. Wenn man es einmal kann, vergisst man das nie", erklärte der Schweizer. "Deshalb bin ich nicht überrascht. Es ist schön, dass sie die Liebe zum Spiel nicht verloren hat."















