Clijsters' Märchen geht weiter: Sieg über Venus Williams
Es war eine Überraschung, die eigentlich keine ist. Comeback-Mama Kim Clijsters hat am Sonntag das Viertelfinale der US Open in New York erreicht.

Foto © GEPAVenus gratulierte: "Sie hat so gut gespielt"
Sie rang die als Nummer 3 gesetzte Wimbledon-Finalistin Venus Williams nach 1:42 Stunden und skurrilem Match mit 6:0,0:6,6:4 nieder und spielt nun gegen die Chinesin Li Na. Sehenswert war auch der Kampfgeist von Flavia Pennetta, die gegen Wera Swonarewa sechs Matchbälle abwehrte und noch in drei Sets gewann. Venus Williams zog den Hut vor der Leistung von Clijsters, die nach über zwei Jahren Absenz und als Mutter der 18 Monate alten Jada auf die Tour zurückgekehrt ist. "Sie hat so gut gespielt. Sie war wirklich so beständig und doch aggressiv zur rechten Zeit", lobte Williams, die der topgesetzten Dinara Safina und der Nummer vier, Jelena Dementjewa, ins vorzeitige Aus in Flushing Meadows folgte. Nur ihre Schwester und Titelverteidigerin Serena ist von den Top 4 noch im Bewerb.
In ihrem erst dritten Event seit ihrem Comeback steht Clijsters schon im Viertelfinale - ihrem ersten seit den Australian Open 2007. Clijsters hat ihren wichtigsten Test seit ihrer Rückkehr in den Tennis-Circuit bestanden, sie hat die Schmetterlinge im Bauch, den Druck und das Gewicht des großen Moments auf dem Center Court überstanden. "Ich habe gezittert", sagte die 26-Jährige, die US Open 2005 gewonnen hat. "Mein Arm hat sich so schwer angefühlt." Kein Wunder, dass sich all der Druck danach in Tränen, versteckt im Handtuch, entladen hat. Venus Williams war nicht hundertprozentig fit, wie sie danach auch selbst sagte, ihr dick bandagiertes, linkes Knie zeugt davon.
"Sie ist unglaublich"
Am etwas verrückten siebenten Tag des letzten Grand-Slam-Turniers 2009 schrieb auch Flavia Pennetta, die Nummer 10 der Welt, eine tolle Geschichte. Nicht weniger als insgesamt sechs Matchbälle, fünf davon mit Winnern (!), wehrte die kampfstarke Italienerin gegen die als Nummer 7 gesetzte Wera Swonarewa ab, ehe sie den 81 Minuten dauernden zweiten Satz mit 7:6(6) für sich entschied. Pennetta siegte 3:6,7:6,6:0. Die 27-Jährige könnte nun aber ihre Meisterin finden, denn Titelverteidigerin Serena Williams marschierte weiter in Richtung dritter Major-Titel in diesem Jahr und ließ Daniela Hantuchova nur zwei Games. "Serena ist eine der besten. Sie ist unglaublich. Ich werde mein bestes Tennis spielen müssen, um sie zu schlagen", sagte die gut aussehende Pennetta.
Bei den Herren boten die Titelanwärter Andy Murray und Rafael Nadal zwei recht unterschiedliche Leistungen. Murray "überfuhr" den US-Amerikaner Taylor Dent in der Nightsession, die diesmal sogar etwas vor Mitternacht (Ortszeit) endete. Nach dem 6:3,6:2,6:2 ist das Achtelfinale bei den Herren komplett, Murray trifft nun auf Marin Cilic aus Kroatien. Nadal gewann gegen seinen Landsmann Nicolas Almagro (ESP-32) 7:5,6:4,6:4, vermochte dabei jedoch nicht zu überzeugen. Vier Wochen nach der Rückkehr auf die Tennis-Tour, die er wegen einer Knieverletzung nach der ersten Niederlage bei den French Open verlassen hatte, ist Nadal noch weit entfernt von der Konstanz früherer Tage. Das Match stand auf nicht sehr hohem Niveau, als sich im dritten Satz beide Spieler gleichzeitig wegen Verletzungen behandeln lassen mussten. Nadal hatte Magenschmerzen und wurde auf dem Rücken liegend behandelt, Almagro wegen Rückenproblemen auf dem Bauch liegend.
"Ich werde alles versuchen, um mich für mein nächstes Match zu erholen", sagte Nadal noch auf dem Platz, in der Pressekonferenz wollte er gar nicht mehr über Verletzungen sprechen. Tatsache ist, dass Nadal noch nicht in jener Form scheint, die ihn zum Titelanwärter macht. Sowohl Federer als auch Murray haben bisher weit mehr überzeugt. Weiter gekommen sind am Sonntag auch die charismatischen Franzosen Jo-Wilfried Tsonga und Gael Monfils, ihr Landsmann Gilles Simon (Nr. 9) musste wegen einer Knieverletzung im vierten Satz gegen Juan Carlos Ferrero aufgeben. Tsonga trifft nun auf den weiterhin starken Chilenen Fernando Gonzalez, Monfils könnte vielleicht die Sensation gegen Nadal gelingen. Österreicher-Schreck Juan Martin del Potro bekommt es nun mit Ferrero zu tun.













