Schwere Auftaktgegner für Melzer, Köllerer und Mayr
Mit Ausnahme von Bammer haben Österreichs Tennis-Asse für die am Montag beginnenden US Open durchwegs Horrorlose erwischt.

Foto © GEPA, APA, Reuters
Abgesehen von Sybille Bammer hat es Fortuna oder genauer gesagt das Computer-Programm zur automatischen Auslosung der mit insgesamt 21,664 Mio. Dollar dotierten Tennis-US-Open am Donnerstag mit den Österreichern nicht gut gemeint. Vor allem Jürgen Melzer, der erstmals seit einiger Zeit in einem Major nicht gesetzt ist, bekommt es bereits in Runde 1 mit dem unberechenbaren Marat Safin zu tun. Der frühere Weltranglisten-Erste aus Russland bestreitet bei dem am Montag beginnenden Grand Slam in Flushing Meadows sein letztes Major-Turnier.
"Das ist natürlich ein schwieriges Los. Bei dem weiß man nie, was man erwarten soll. Er kann sehr gut spielen, dann auch wieder richtig schlecht. Aber bei seinem letzten Grand Slam seiner Karriere wird er sich noch einmal richtig reinhängen", war Melzers erster Kommentar gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. Melzers Bonus: Er führt im Head-to-Head mit dem US-Open-Sieger 2000 mit 3:1.
Schwieriger Gegner
Die alles andere als gute Auslosung bescherte dem 28-jährigen Niederösterreicher, der noch am Donnerstag (Ortszeit) im New-Haven-Viertelfinale gegen Fernando Verdasco (ESP) im Einsatz war, im Falle eines Sieges einen noch schwierigeren Gegner: Der als Nummer sechs gesetzte Argentinier Juan Martin Del Potro wird als einer der Turnierfavoriten gehandelt und zum Auftakt gegen seinen Landsmann Juan Monaco wohl wenig Mühe haben.
Wäre das Viertelfinale in New Haven berücksichtigt worden, hätte es wohl wieder für eine Setzung in New York gereicht, doch Melzer wollte damit nicht hadern. "Man kann es nicht ändern, ich werde schauen, dass ich nächstes Jahr wieder gesetzt bin."
Auch Daniel Köllerer bekommt es mit dem als Nummer 25 gesetzten Mardy Fish gleich mit einem unangenehmen Gegner zu tun. Allerdings war der 27-jährige US-Amerikaner zuletzt angeschlagen. Die aktuelle Nummer 26 der Welt klagte schon beim Davis Cup nach Wimbledon Anfang Juli über eine Bauchmuskelverletzung, die er immer noch nicht ganz überwunden hat. Davon zeugen auch Auftakt-Niederlagen zuletzt in Washington und New Haven. Köllerer hofft bei seinem insgesamt dritten Hauptbewerbs-Einsatz in einem Major, erstmals in Flushing Meadows, auf den großen Coup und den ersten Einzug in eine zweite Runde auf höchstem Turnier-Level. Der Oberösterreicher trifft erstmals auf Fish.
Lediglich Sybille Bammer, die auch einzige Gesetzte des ÖTV ist, kann mit ihrer Auslosung zufrieden sein. Die Nummer 28 des Turniers trifft zum Auftakt auf die Spanierin Maria Jose Martinez Sanchez, in Runde zwei bekäme sie es mit einer Qualifikantin oder der Deutschen Andrea Petkovic zu tun, ehe es in Runde drei wohl zum Duell mit der als Nummer zwei gesetzten Titelverteidigerin Serena Williams käme. Und da hätte sie wohl den kleinen Bonus, dass die Oberösterreicherin gegen Serena in bisher zwei Duellen zwei Mal erfolgreich war. Zuletzt vor kurzem im Achtelfinale von Cincinnati.
Punkte zu verteidigen
Bammer ist mit ihrem Lebensgefährten Christoph Gschwendtner und Tochter Tina am Donnerstag in New York eingetroffen. Österreichs Nummer 1 der Damen hat hier ja im Vorjahr mit dem Einzug ins Viertelfinale ihren bisher größten Erfolg gefeiert und daher auch dementsprechend viele WTA-Punkte zu verteidigen. "Seitdem wir hier herüben sind, hat die Sybille schon 320 Punkte gemacht. Das war nicht so schlecht", meinte Gschwendter, der die gesamte US-Tour mit Bammer mitreist. Er glaubt, dass sie gut mit diesem Druck wird umgehen können.
"Cincinnati war ein sehr gutes Turnier, weil sie drei Top-20-Spielerinnen hintereinander geschlagen hat. Dann hat sie gegen Jankovic auch nicht so schlecht gespielt", sagte Gschwendtner.
Als (vorerst) Vierte im ÖTV-Quartett in den Einzelbewerben trifft Patricia Mayr auf die als Nummer zwölf gesetzte Polin Agnieszka Radwanska. Man wird sehen, ob sich aus der Qualifikation noch weitere ÖTV-Spieler ins Feld der besten 128 spielen können. Die Vorarlbergerin Tamira Paszek tritt wegen ihrer hartnäckigen Rückenverletzung heuer in New York nicht an.
Die beiden Titelverteidiger, Roger Federer und Serena Williams, die am Donnerstag in der erstmals live im US-Fernsehen (ESPN) präsentierten "Auslosungs-Show" im "TheTimesCenter" im Zentrum von Manhattan anwesend waren, erhielten jeweils Wildcard-Spieler aus den USA zum Auftakt zu Gegnern. Federer trifft auf den unbekannten Devin Britton (Nummer 1.364 im ATP-Ranking), Williams auf Alexa Glatch.
Federer könnte - auf der Jagd nach seinem sechsten US-Open-Titel in Folge (!) - diesmal frühestens im Finale auf seinen spanischen Erzrivalen Rafael Nadal treffen, müsste allerdings zuvor im programmierten Halbfinale seinen starken Wimbledon-Finalgegner Andy Roddick bezwingen. Ist Nadal topfit, was noch etwas zu bezweifeln ist, trifft der als Nummer drei gesetzte Spanier im Halbfinale auf den erstmals in einem Major als Nummer 2 gereihten Andy Murray (GBR). Auch eine Wiederholung des Wimbledon-Damen-Finales der beiden Williams-Geschwister gäbe es bereits im Halbfinale, da Serena und Venus beide in der unteren Tableauhälfte aufscheinen.
Aus ÖTV-Sicht hatten noch Alexander Peya, Stefan Koubek und Yvonne Meusburger die Chance, sich für den Hauptbewerb des letzten Major-Turniers des Jahres zu qualifizieren.













