Larcher de Brito: Sie ist so laut wie eine Diskothek
Michelle Larcher de Brito. Ein Name wie eine Sinfonie, doch die 16-Jährige stöhnt so laut wie keine andere Spielerin.

Foto © GEPAMichelle Larcher de Brito
Eigentlich sollten die Ordner an den Toren des All England Clubs in Wimbledon Gehör-stöpsel ausgeben. Denn wenn die Portugiesin Michelle Larcher de Brito heute auf Platz Nummer 17 ihr Erstrundenspiel gegen die Tschechin Klara Zakopalova bestreitet, ist Gefahr für das Trommelfell im Verzug. Die erst 16-Jährige stößt bei ihren Schlägen stets schrille Schreie aus. Der gemessene Rekordwert liegt bei 109 Dezibel. Das entspricht ungefähr dem Lärmpegel einer Diskothek. Eine Autobahn kommt "nur" auf 80, ein schwerer Lastwagen auf 90 Dezibel.
Königin der Schreie. Bereits ab einem Wert von 85 Dezibel können die Schallwellen die Gehörzellen schwächen und bei dauernder Belastung zerstören. Kein Wunder also, dass die Stimmen gegen die neue "Queen of Screams" - die Königin der Schreie, wie sie der britische Boulevard bereits nennt, immer lauter werden. In Paris beschwerte sich Gegnerin Aravane Rezai: "Das ist nicht auszuhalten." Zur Schiedsrichterin zitiert, gab Larcher de Brito cool zurück, Maria Scharapowa würde ja auch nicht ermahnt, leiser zu sein.
Akustische Ausrutscher. Die Russin hatte mit ihren Schreien bereits für Aufsehen gesorgt, lange bevor sie sportliche Schlagzeilen machte. Wie Monica Seles, die in den 90er Jahren als eine der ersten durch ihr Stöhnen auffiel, schaffte es auch Scharapowa an die Spitze der Weltrangliste. Und auch Larcher de Brito hat mehr zu bieten als nur ihre akustischen Ausrutscher. Im Alter von neun Jahren trainierte sie bereits bei Nick Bollettieri in Florida. Die Trainer-Legende bescheinigt der Portugiesin eine Zukunft unter den besten zehn Spielerinnen der Welt. "Schreibt sie niemals ab", lobte Bollettieri auch ihre Kämpfer-Qualitäten.
Punkteabzüge. In Paris schaffte sie es als Qualifikantin in die dritte Runde und auf Platz 90 der Weltrangliste. Für Wimbledon erhielt sie eine Wild Card. Dort sollen Offizielle das Team der Portugiesin aber bereits gewarnt haben, dass es für zu laute Schreie Punkteabzüge geben könnte. Die Teenagerin bleibt wieder cool. "Ich könnte ja damit aufhören. Aber das wäre unnatürlich. Ich bin eine Frau und wir sind nicht dafür geschaffen, den Mund zu halten."














