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    Zuletzt aktualisiert: 08.06.2009 um 16:10 UhrKommentare

    Federer: "Erachte mich als Wimbledon-Top-Favorit"

    Interview mit dem Schweizer Roger Federer am Tag nach seinem Gewinn der Tennis-French-Open in Paris.

    Foto © Reuters

    Wie verlief die Siegesfeier?
    Federer: "Wir haben Champagner getrunken, gute Musik gehört und fein gegessen. Es war rührend, den Erfolg mit vielen guten Freunden zu feiern. Irgendwann um halb fünf Uhr versuchte ich, noch zu ein paar Stunden Schlaf zu kommen, aber es ging einfach nicht. Es schwirrten viel zu viele Bilder in meinem Kopf herum. Langsam wird mir die Tragweite des Triumphes bewusst. Und ich habe noch schöne Jahre vor mir, derweil Sampras nach seinem 14. Grand-Slam-Sieg zurückgetreten ist. Aber beweisen muss ich nichts mehr."

    Sie sagten einst, sie wüssten noch nicht, wie wichtig Roland Garros sei, weil sie es noch nicht gewonnen haben. Wie wichtig ist der Titel jetzt?
    Federer: "Vor etwa sechs Jahren begann ich, diese Stadt zu lieben. Die ersten Jahre kam ich ohne großen Mumm nach Paris. Ich war zwar stolz, dass ich 1998 und 1999 das French Open spielen durfte, aber es entstand mit diesem Turnier keine Liebe auf den ersten Blick wie mit Wimbledon, Flushing Meadows oder dem Australian Open. Und es ist irgendwie wichtig, dass man ein Turnier gern hat, ansonsten fällt es einem unheimlich schwer, Spaß und Erfolg zu haben. Enorm wichtig war deshalb für mich der Halbfinal 2005. Die Zuschauer schrien damals erstmals wie verrückt meinen Namen auf dem Court Central. Da begann ich, auch dieses Turnier zu lieben. Der Weg blieb danach hart und lang. Aber ich vermochte ihn zu meistern - und auf das bin ich sehr stolz."

    Wo stufen Sie den Erfolg ein?
    Federer: "Sehr hoch oben. Ich weiß nicht, ob ich in dieser Phase meiner Karriere nochmals einen Titel dieser Wichtigkeit holen werde. Ich habe gesagt: alles, was noch kommt, ist ein Bonus. Aber das galt nicht für das French Open. Dieser Titel wurde von mir erwartet, obwohl die Leute wissen, wie schwierig das Turnier zu gewinnen ist. Ich glaube, ich wurde von den Medien nicht immer fair behandelt. Es gab falsche Analysen. Es hieß, ich sei nicht gut genug für diesen Titel, hätte einen Komplex. Dabei war einfach nur Nadal die letzten Jahren etwas besser als ich. Aber wenn einer besser ist, heißt das nicht, daß er in 100 Spielen 100 Mal gewinnt. Das ist das Schöne am Tennis. Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben. Ich wusste, wenn ich dran bleibe, sich auch in Paris nochmals eine Chance ergeben wird. Ich wollte diese Chance packen. Und genau das ist nun passiert."

    Jetzt steigen Sie mit viel Schwung in den Sommer.
    Federer: "Nun, Druck habe ich schon lange keinen mehr. Ich erlebte die letzten Jahre schon sehr entspannt - deshalb brach bei mir nie Krisenstimmung aus, wenn es mal nicht nach Wunsch lief. Natürlich ist es zuweilen nicht einfach, wenn man keine Turniere gewinnt. Es wird dann sofort viel geredet und geschrieben in den Medien. Aber ich wusste immer, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das letzte Jahr war schwierig. Ich hatte Probleme mit dem Rücken und mit der Mono (Anm.: Pfeiffer'sches Drüsenfieber). Darum war wichtig, dass ich mir Zeit gab und nicht nervös wurde. Wie es jetzt weiter geht? Ich weiß es selber nicht. Klar steht Wimbledon vor der Tür, auf dieses Turnier freue ich mich wie jedes Jahr riesig. Dort will ich den Titel zurück erobern, nachdem ich ihn vor einem Jahr knapp verloren habe. Und ich habe mir in Paris bestätigt: Ich bin auf dem richtigen Weg."

    Viele wähnten Sie vor kurzer Zeit noch auf dem Holzweg.
    Federer: "Ja, die Medien sind durchaus in der Lage, einen unter Druck zu setzen. Ich lese zwar wenig Zeitungen, aber Du bekommst dennoch alles mit. Denn die Leute um dich herum fangen plötzlich an, ähnlich zu reden. Zwar nicht Leute aus meinem engsten Kreis, aber dennoch hörst Du die Dinge immer wieder, die geschrieben werden. Soll ich deswegen nicht mehr mit den Medien reden? Das könnte ich machen, müsste aber nach jedem Spiel eine Buße bezahlen. Nach den Kritiken der letzten Monate beflügelte mich das Pariser Publikum umsomehr. Die Unterstützung der Zuschauer auf diese schier unglaubliche Art zu spüren, das war fantastisch. Denn es liegt mir ja am Herzen, ein guter Botschafter für das Tennis und für die Schweiz zu sein."

    Brauchen Sie nun neue Ziele?
    Federer: Es gibt schon noch einiges zu gewinnen: Olympiagold im Einzel, Daviscup, Wimbledon noch x-mal. Aber selbst wenn mir das nicht gelingen sollte, kann ich gut schlafen. Die Frage nach Zielen stellt sich eigentlich gar nicht. Natürlich war das French Open zuletzt das wichtigste Turnier für mich, weil ich es eben noch nicht gewonnen hatte. Aber ich musste bei der Vorbereitung auf Roland Garros nicht andere Dinge zurückstellen. Es war für mich nicht wie einst für Lendl, der Paris auslassen musste, um sich optimal auf Wimbledon vorbereiten zu können. Wichtig bleibt für mich auch weiterhin die Gesundheit. Denn nur gesund kann ich noch lange weiterspielen, wie ich mir das wünsche. Ich musste in der Vergangenheit aus Rücksicht auf den Körper einige schwierige Entscheide treffen, zum Beispiel die Absage des Davis Cups im März. Aber wie sich jetzt herausgestellt hat, waren es richtige Entscheide."

    Wie fühlen Sie sich physisch nach dem kräfteraubenden Turnier?
    Federer: "Paris zu gewinnen, ist körperlich äußerst schwierig. Und weil es dermaßen anstrengend ist, wird auch der mentale Bereich extrem wichtig. Aber in meinen Augen bleibt das US Open das schwierigste Turnier: wegen der Nightsessions und der Zuschauer. Wenn Du ein guter Sandplatzspieler bist, hast Du eine sehr gute Chance, Paris früher oder später zu gewinnen. Ich bin auf Sandplätzen aufgewachsen. Ich hatte nie Angst vor langen Grundlinienduellen. Auch war ich als Junior kein Riese. Schon damals lernte ich, clever zu spielen und unterschiedliche Wege zum Sieg zu finden. Das hilft mir heute immer noch."

    Ist die Rückeroberung der Nummer 1 ein Ziel?
    Federer: "Ich habe mir die neue Weltrangliste noch nicht einmal angeschaut. Es kursieren im Moment viele Spekulationen. Aber die Nummer 1 ist im Moment nicht das Hauptziel. In Paris habe ich mir einen Traum wahr gemacht. Die Grand-Slam-Turniere stehen weiter im Vordergrund. Wenn die Resultate an diesen Turnieren gut sind, stimmt es am Ende auch in der Weltrangliste. Nun will ich natürlich auch in Wimbledon gewinnen, obwohl das Double Paris/Wimbledon für mich nie im Vordergrund stand. Ich will nicht überheblich sein: aber ich erachte mich als Top-Favorit für Wimbledon."


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