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Zuletzt aktualisiert: 05.07.2009 um 19:49 UhrKommentare

Rekordmann Federer hat noch lange nicht genug

Bis zum ersehnten Olympia-Gold 2012 will der Schweizer weiter groß abräumen - Im August wird der 27-Jährige erstmals Vater

Einer seiner wichtigsten Siege: Roger Federer gewann in Paris

Foto © APAEiner seiner wichtigsten Siege: Roger Federer gewann in Paris

Jemanden als den Besten in der Geschichte seiner Sportart zu bezeichnen, ist gewagt. Ein Vergleich über die Epochen hinweg hinkt, auch im Tennis. Doch Roger Federer kann sich künftig dieses Attribut auf seine Fahnen heften, ohne Gefahr zu laufen, als Aufschneider bezeichnet zu werden. Der Schweizer erreichte am Sonntag mit seinem sechsten Wimbledon-Sieg in der epischen Fünf-Satz-Finalschlacht gegen den US-Amerikaner Andy Roddick und dem insgesamt 15. Grand-Slam-Turnier-Triumph erst 27-jährig einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere. Und die ist unvergleichlich, das ist unbestritten.

Ausnahmetalent. Im Februar 2004 kletterte der damals 22-Jährige erstmals auf Weltranglisten-Position eins, in den beiden vorangegangenen Oktober-Monaten hatte er sich jeweils den Titel in der Wiener Stadthalle gesichert. Mit Wimbledon 2003 und Australian Open 2004 hatte Federer zu diesem Zeitpunkt zwei Grand-Slam-Titel eingefahren, da war sein Ausnahmetalent schon sichtbar geworden. Doch es war nicht zu ahnen, dass er fortan bis August 2008 ununterbrochen Weltranglisten-Leader bleiben würde.

Nicht unerreichbar. In dieser Zeit war er der dominierende Mann bei den Top-Tennisturnieren dieser Welt, gewann auch die nächsten vier Wimbledon-Turniere sowie ebenfalls fünfmal in Serie bei den US Open. In Melbourne ließ der Eidgenosse 2006 und 2007 seine "Down under"-Major-Gewinne zwei und drei folgen. Die bei den US Open 2002 von Pete Sampras aufgestellte Bestmarke von 14 Grand-Slam-Titeln war mittlerweile für ihn alles andere als unerreichbar geworden.

Gestrauchelt. Doch Federer kam in seinem Rekordstreben ins Straucheln. Rafael Nadal hatte die Tennis-Bühne betreten und sich Federer vor allem bei den French Open in den Weg gestellt. Diesen von ihm so heiß ersehnten Triumph verpasste der Basler in den vergangenen drei Jahren jeweils erst im Finale gegen den Spanier, Nadal beendete im vergangenen Juli auch die Titel-Serie Federers in Wimbledon. Dann übernahm der Iberer die Nummer eins und holte auch Olympia-Gold, ein Traumziel Federers.

Schmerzhaft. Der Pekinger Doppel-Titel mit seinem Landsmann Stanislas Wawrinka tröstete Federer zwar ein wenig, doch es schmerzte ihn, nur noch die Nummer zwei des Welt-Tennis zu sein. Das motivierte den vierfachen Masters-Cup-Sieger freilich bald umso mehr, nur zwei Wochen nach Olympia sicherte er sich mit den US Open 2008 seinen 13. Grand-Slam-Turniersieg. Nur noch einer fehlte auf die Sampras-Marke.

Wende. Nadal aber gewann und gewann und tat dies auch bei den heurigen Australian Open, als er Federer im Endspiel in fünf Sätzen in die Knie zwang. Nichts deutete darauf hin, dass Federer ausgerechnet bei den French Open zurückschlagen könnte. Eine Woche vor dem Roland-Garros-Start kam jedoch völlig unerwartet die Wende, als er Nadal ausgerechnet im Finale seines Madrider Heimatturniers in zwei Sätzen endlich wieder auf Sand besiegte.


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