Nadal am Sand - Federer der Favorit
Nach dem sensationellen Aus von Rafael Nadal ist Roger Federer in Paris der große Titelfavorit. Doch der Schweizer schwächelt selbst und bezwang Haas erst in fünf Sätzen.

Foto © APARoger Federer
Das Tor zum ersten Triumph in Roland Garros ist für Roger Federer weit offen - und läuft alles wie gewohnt, dann sollte der Eidgenosse auch den Durchgang finden. Obwohl, wie gewohnt läuft es in Paris eigentlich gar nicht. Wie sonst könnte Rafael Nadal am Mittwoch seinen 23. Geburtstag zu Hause auf Mallorca bei seinen Liebsten feiern?
Tenniswunder. In den letzten Jahren konnte er es nicht, weil er stets zu diesem Zeitpunkt seine Gegnerschaft bei den French Open weich klopfte. Heuer hätte der "Matador aus Mancor" an der Seine seinen fünften Streich in Folge fixieren und damit einen Rekord notieren sollen. Dass dieses Vorhaben bereits im Achtelfinale scheiterte, grenzt an ein kleines Tenniswunder. Dieses vollbrachte der schwedische Außenseiter Robin Söderling. Vor vier Wochen wurde der Schwede in Madrid vom Weltranglisten-Ersten noch mit 1:6, 0:6 "paniert", nun warf er den in Paris 31 Matches en suite ungeschlagenen Nadal mit 6:2, 6:7, 6:4, 7:6 sensationell aus dem Turnier.
Gespielt wie im Training. Wie das passieren konnte? "Ich habe einfach gespielt wie im Training", lautete das banale Erfolgsrezept von Söderling, der am Dienstag auf Nikolai Dawydenko trifft. Und Nadal? "Ich habe schlecht gespielt, meine Bälle waren viel zu kurz. Aber man muss Niederlagen genauso akzeptieren wie Siege - mit Ruhe. Irgendwann musste ich einmal in Paris verlieren. Das ist keine Tragödie, die Saison geht weiter."
Paris-Titel fehlt.
Doch bleiben wir in Paris. Dort stand Roger Federer in den letzten drei Jahren stets im Finale - und jedesmal musste er die Überlegenheit Nadals anerkennen. Nur noch der Titel bei den French Open fehlt dem 28-Jährigen in seiner 13-fachen Grand-Slam-Sammlung - kann er sich dank Söderling nun endlich diesen Traum erfüllen?
Beinahe die nächste Sensation.
Bei seinem Achtelfinal-Auftritt am Montag sah es lange Zeit nicht danach aus. Denn Tommy Haas hatte die nächste Turniersensation auf dem Schläger, führte bereits mit 7:6, 7:5, 4:3 und hatte einen Breakball. Doch der Schweizer kämpfte sich zurück und machte selbst beim Stand von 4:4 das vielleicht alles entscheidende Break. "Als ich beim Stand von 3:4 diese Vorhand schlug und den Breakball abwehrte, spürte ich, dass das der Wendepunkt sein könnte", analysierte Federer, der sich die folgenden Sätze mit 6:4, 6:0, 6:2 holte, anschließend.
Nadal setzt auf Federer. Damit zog der Weltranglisten-Zweite also nochmals den Kopf aus der Schlinge. Richtig überzeugen konnte der einstige Branchen-Primus bisher in Paris aber nicht - lässt er die einmalige Chance auf den Titel gar aus? Nadal glaubt das nicht, für ihn ist Federer nun der große Favorit. "Und wenn es einer verdient, dieses Turnier zu gewinnen, dann er." Nadals Worte in Federers Ohren...













