Dawydenko für Koubek in Paris zu stark
Möglicherweise zum letzten Mal ist Stefan Koubek am Montag im Hauptbewerb der French Open gestanden.

Foto © GEPA"Zur Zeit fühlt es sich nicht gut an"
Der 32-jährige
Kärntner musste sich dem als Nummer 10 gesetzten Russen Nikolaj
Dawydenko nach exakt 100 Minuten relativ glatt mit 2:6,1:6,4:6
geschlagen geben. Auf Grund seiner besonderen Situation ist es
durchaus möglich, dass Koubek, zehn Jahre nach seinem Achtelfinale in
Roland Garros, hier seine Abschiedsvorstellung gegeben hat.
Probleme auf Sand. "Ich habe teilweise gute Bälle gespielt, ein paar Games waren
wirklich super, aber im Großen und Ganzen habe ich mich überhaupt
nicht wohl gefühlt", meinte Koubek, der sich auf Sand laut eigenen
Aussagen heuer gar nicht richtig bewegen kann. Er wisse vom
Spielkonzept her nicht, was er auf diesem Belag tun soll.
Russe topfit. Die Hoffnung, dass Dawydenkos Verletzung aus der Vorwoche noch
eine Rolle spielen würde, erfüllte sich für den Kärntner nicht. Der
Russe schien vor den Augen seines Managers Ronnie Leitgeb, der in der
gleichen Reihe wie Koubek-Langzeit-Coach Günter Bresnik saß, völlig
fit zu sein. "Und nur von hinten mitfighten, da bin ich einfach zur
Zeit nicht fit genug", meinte Koubek. Zwar sei er konditionell gut in
Form, aber eben die Bewegungen auf Sand liegen ihm nicht.
Nur Zaungast? Ob er auch 2010 wieder hier im Hauptbewerb spielen wird?
"Vielleicht komme ich zuschauen", meinte er bitter. "Zur Zeit fühlt
es sich nicht gut an. Da muss körperlich einiges verbessert werden.
Seit ich auf Sand spiele, fühle ich mich echt unwohl." Bleibt denn
Zeit für Sentimentalitäten? "Sicherlich denkt man dran, ich bin ja
nicht mehr der Jüngste und es kann leicht sein, aber.."
Im "Loch". Derzeit fühlt sich Koubek in einem "Loch". "Am Anfang vom Jahr
habe ich super gespielt, aber in den letzten paar Wochen bin ich
körperlich weggebrochen. Aber ich bin nicht zum ersten Mal mit dem
Rücken zur Wand." Diesmal ist nur eines anders. "Wenn es nicht geht,
dann ist's vorbei. Ich werde sicherlich nicht zwei, drei Jahre noch
Challenger spielen." Aber er will eben noch nicht aufhören, möchte
unbedingt noch einmal in die Top 100. "Ich versuche, alles zu geben.
Ich möchte mir nicht vorwerfen, ich habe es nicht wirklich probiert."
Braucht Sieg. Für Koubek geht es nun auf Rasen, wo er in Halle und Wimbledon
seine letzten beiden "protected rankings" nach seiner Rückenoperation
im Vorjahr ausnützen will. Was er sich von der kurzen Rasensaison
erwartet? "Ich weiß es nicht. Ich haben in den vergangenen drei, vier
Wochen eine (Watsche-Anm.) nach der anderen bekommen. Ich muss
schauen, dass ich wieder eine Partie gewinne, die in Kitz hat vom
Selbstvertrauen her nicht viel gebracht." Das Spiel auf Rasen sei ein
ganz anderes. Festgelegt hat er sich für die US Open. Schafft er vom
Ranking her den Sprung nicht, dann spielt er Qualifikation in
Flushing Meadows.













