Australian Open: Dokic wie Phönix aus der Asche
Nach Depressionen und Übergewicht feiert Jelena Dokic bei den Australian Open ein Tennis-Märchen. Die topgesetzte Jelena Jankovic ist draußen, Roger Federer wankte.

Foto © GEPAJelena Jankovic
Ich werde meine Tochter entführen, eine Atombombe auf Sydney werfen und jenen Typen, der sie nach Australien gebracht hat, töten." Mit Aussagen wie diesen (getätigt im Jänner 2006) machte Damir Dokic seiner Tochter Jelena das Leben jahrelang zur Hölle. Zwar konnte sie sich von ihrem despotischen Vater, der auf den meisten Tennisanlagen dieser Welt Hausverbot hat, 2004 für eine Million Dollar "freikaufen", doch wurde die gebürtige Serbin, die 1995 mit ihrer Familie nach "Down under" auswanderte, immer wieder von ihrer bedrückenden Vergangenheit eingeholt.
Schwierige Zeit. Die Folge: Dokic, die 2002 noch auf Platz vier der Weltrangliste gestanden war, stürzte Ende 2006 bis auf Rang 621 ab. 2007 nahm sich die heute 25-Jährige, die mittlerweile keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater hat, eine Tennis-Auszeit und kämpfte mit schweren Depressionen und Übergewicht.
Mehr als ein Match. Umso bewundernswerter ist nun die sensationelle Rückkehr, die Jelena Dokic bei den Australian Open feiert. Nur dank einer Wild Card in den Hauptbewerb gerutscht, zwang die aktuelle WTA-Nr. 187 die russische Ivanovic-Bezwingerin Alissa Klejbanowa mit 7:5, 5:7 und 8:6 in die Knie und steht damit erstmals seit den French Open 2002 wieder in der Runde der letzten Acht eines Grand-Slam-Turniers. "Mein Ziel war es, hier eine Runde zu überstehen. Es ist unglaublich, jetzt hier das Viertelfinale erreicht zu haben", strahlte die Lokalmatadorin von 15.000 Fans umjubelt in der Rod Laver Arena. Ihre nächste Gegnerin: Dinara Safina.
Weniger Grund zur Freude hatte Jelena Jankovic. Die topgesetzte Serbin zog im Achtelfinale überraschend gegen Marion Bartoli mit 1:6, 4:6 den Kürzeren. Sollten Serena Williams oder Safina das Turnier gewinnen, würden sie Jankovic vom Tennisthron stürzen.
Federer kämpfte.
Bei den Herren stellte Roger Federer beim 4:6, 6:7, 6:4, 6:4, 6:2 über Tomas Berdych seine Kämpferqualitäten unter Beweis. "Ich hatte nie das Gefühl zu verlieren. Jetzt bin ich im Turnier drin", tönte der Schweizer, der nun im Viertelfinale auf Juan Martin Del Potro trifft.
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Andy Roddick marschiert durchFoto © AP
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Dokic ist wieder auf dem Weg in die Top 100Foto © Reuters
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Roger FedererFoto © GEPA













