Davis Cup: Kapitän Schaller tendiert zu bewährtem Team
Gegen Deutschland tritt Österreich wohl mit Melzer, Peya, Koubek und Knowle an. Marach passt nicht ins Konzept.

Foto © GEPAGilbert Schaller
Österreichs Davis-Cup-Kapitän Gilbert Schaller hat am
vergangenen Wochenende bis Montag beim ATP-Turnier in Zagreb einige
Tennis-Partien mit österreichischer Beteiligung, aber keinen ÖTV-Sieg
gesehen. Am Werk war mit Jürgen Melzer, Alexander Peya, Stefan Koubek
und Julian Knowle primär der Kern des zuletzt engagierten
Davis-Cup-Teams, und so dürfte auch die Nominierung für den
Weltgruppen-Hit von 6. bis 8. März in Garmisch-Partenkirchen gegen
Deutschland aussehen.
"Rohbau steht". "Der Rohbau steht damit", erklärte Schaller nach seiner Rückkehr
aus Kroatien im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.
"Martin Fischer wäre noch ein Thema. Aber nicht, wenn alle anderen
fit sind." Damit sprach sich der Steirer auch klar für eine
Kaderzugehörigkeit von Doppelspieler Knowle aus. Der Vorarlberger
selbst hatte der APA gegenüber die Berechtigung seiner Nominierung
wegen heuer vier Niederlagen in vier Spielen angezweifelt.
"Wurm drinnen".
"Im Doppel Julian und Jürgen ist ein bisschen der Wurm drinnen",
musste auch Schaller eingestehen. "Dabei waren sie gegen
Aspelin/Vizner zwei Sätze lang die besseren Spieler. Aber im
Match-Tiebreak war die Anspannung bei Julian zu spüren, dass er
endlich wieder gewinnen wollte." Der 39-jährige Coach ist freilich
zuversichtlich, dass es im Laufe des Februar beim US-Open-Sieger 2007
wieder besser gehen wird.
"Klasse gezeigt".
Im Davis Cup hätte der 34-jährige Knowle schließlich schon oft
genug seine Klasse gezeigt. Der Halbfinal-Einzug von Oliver Marach
bei den Australian Open ist zwar nicht spurlos an Schaller
vorübergegangen, doch passe sein Spiel nicht zu dem der anderen
Doppel-Kandidaten. Schaller: "Marach hat einen ganz anderen Spielstil
als alle anderen, sein Spiel ist mehr von hinten angelegt." Als
Doppel-Alternative zu Knowle oder Melzer stünde zudem noch Peya
bereit.
Einziger Sieg.
Der Wiener hat als einziger ÖTV-Profi in dieser Woche einen Sieg
auf ATP-Turnier-Ebene eingefahren, bestreitet am Freitag mit seinem
deutschen Partner Philipp Petzschner in Zagreb sein
Doppel-Viertelfinale. In der dritten Runde der Einzel-Qualifikation
war Peya an Dominik Hrbaty gescheitert. "Das war eine enge Partie und
gegen einen Hrbaty kann mal schon mal verlieren." Der Slowake war im
Herbst 2004 Weltranglisten-12. gewesen.
Vertrauen.
Auch in Koubek vertraut Schaller, auch wenn er ihm bei seiner
Zweitrunden-Qualiniederlage gegen den Kroaten Ivan Dodig nicht die
beste Leistung bescheinigte. "Aber Dodig hat dann auch Fischer und
Andrejew (Anm.: Topgesetzter Russe) besiegt, das hat Stefans Ergebnis
wieder relativiert." Im deutschen Lager hat ja Tommy Haas seine
Davis-Cup-Teilnahme abgesagt, Nicolas Kiefer zog sich vor einem Monat
im Hopman-Cup einen doppelten Bänderriss sowie einen Sehnenanriss im
rechten Knöchel zu.
Hoffnung.
Die Deutschen hoffen aber - erzählte Schaller nach einem Gespräch
in Zagreb mit Petzschner -, dass der 31-Jährige für Garmisch doch
noch fit wird. Fix scheint die Nominierung von Philipp Kohlschreiber
und Petzschner. Ein weiterer ernster Kandidat ist Rainer Schüttler.
Jedenfalls kann der deutsche Team-Kapitän Patrik Kühnen theoretisch
aus 15 Spielern in den Top 170 wählen, Österreich hat drei Akteure in
den Top 200.













