"Doppelpack" von Djokovic
Der Serbe Novak Djokovic krönte sich in Shanghai erstmals zum inoffiziellen Tennis-Weltmeister. Und zum Drüberstreuen durfte er sich über "Grünes Licht" für das Turnier in Belgrad freuen.

Foto © APANovak Djokovic besiegte im Finale von Shanghai den Russen Dawydenko
Mit seinem Sieg bei den heurigen Australian Open feierte Novak Djokovic zu Jahresbeginn als erster Serbe den Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier. Nun, am Ende eine kräfteraubenden Saison, schlug der "Showman" erneut zu. Mit einem 6:1, 7:5-Finalerfolg über Nikolaj Dawidenko krönte sich Djokovic beim Masters-Cup in Shanghai erstmals zum inoffiziellen Tennis-Weltmeister.
Federer auf den Fersen.
In der Weltrangliste konnte sich die aktuelle Nummer drei damit zwar nicht verbessern, doch spuckt ihn der ATP-Computer heute mit nur noch mickrigen zehn Punkten Rückstand auf den ehemaligen Branchen-Primus Roger Federer aus. Hätte Djokovic in der Vorrunde auch die Partie gegen Jo-Wilfried Tsonga gewonnen, wäre er sogar die neue Nummer zwei. In den ersten Monaten des kommenden Jahres wird der Serbe aber kaum zum großen Ansturm ansetzen können, da er extrem viele Punkte zu verteidigen hat.
Freude stand im Vordergrund.
Doch das ist Zukunftmusik, am Sonntag stand natürlich die Freude im Vordergrund: "Dieser Titel ist für mich wie ein Grand Slam", strahlte der 21-Jährige, der für ein Novum sorgte, als er vor der Siegerehrung zweimal den Physiotherapeuten auf den Platz rief. "Ein Schnitt im Finger. Ich habe mich beim Jubeln mit meinem Team verletzt. Aber in Momenten des Glücks hat man keine Schmerzen."
Durststrecke beendet.
Mit diesem Titel, der ihm satte 978.304 Euro Preisgeld und den Schlüssel für einen großen Mercedes eintrug, beendete Djokovic eine sechsmonatige Durststrecke. Er hatte seit seinem Triumph in Rom keinen Titel mehr gewonnen. In diesem Jahr war er eher Gourmet als Gourmand, er hat "nur" vier Turniere für sich entschieden - allerdings mit jenem in Melbourne, Indian Wells, Rom und nun Shanghai durchwegs große Events.
Die Spitze in greifbarer Nähe.
Nachdem er nun seit eineinhalb Jahren die klare Nummer drei auf der Tour und der Nummer zwei so nahe wie noch nie ist, scheint er für den Sprung nach noch weiter oben bereit. Er will sich aber nicht unter Druck setzen lassen: "Ich habe gelernt, dass es sich nicht auszahlt, wenn ich mich zu stark auf die Weltrangliste konzentriere. Ich muss mein Spiel weiter verbessern, und dann werden auch die Resultate kommen. Ich weiß aber, dass ich das Potenzial habe, die Nummer 1 zu erreichen, mein Lebensziel."
Ein Traum ging in Erfüllung.
Ein anderer, großer Traum ging für Djokovic bereits in Erfüllung. So konnte er am Sonntag stolz verkünden, dass Belgrad ab kommenden Jahr sein erstes ATP-Turnier bekommt (4. bis 10. Mai). "Das war ein Ziel des Landes, von mir, allen Spielern und des serbischen Verbandes. Ich glaube, dass wir das verdienen."
Features
Fotoserie
Zur Person
NOVAK DJOKOVIC (21 Jahre/Serbien):
Geboren: 22. Mai 1987 in Belgrad (Serbien)
Wohnort: Monte Carlo
Größe/Gewicht: 1,87 m/79 kg
Turniersiege: 11 (2006: Amersfoort, Metz; 2007: Adelaide, Miami,
Estoril, Montreal, Wien; 2008: Australian Open, Indian Wells, Rom,
Masters-Cup Shanghai)
Größte Erfolge: Grand-Slam-Titel 2008 in Melbourne, Masters-Cup-Sieg
2008, US-Open-Finale 2007, Halbfinale French Open 2007 und 2008,
Wimbledon 2007 und US Open 2008)
Sieger seit 1998
1998: Alex Corretja (ESP)
1999: Pete Sampras (USA)
2000: Gustavo Kuerten (BRA)
2001: Lleyton Hewitt (AUS)
2002: Lleyton Hewitt (AUS)
2003: Roger Federer (SUI)
2004: Roger Federer (SUI)
2005: David Nalbandian (ARG)
2006: Roger Federer (SUI)
2007: Roger Federer (SUI)
2008: Novak Djokovic (SRB)













