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Zuletzt aktualisiert: 11.10.2008 um 22:06 UhrKommentare

Sensationsmann Petzschner im Endspiel der BA-Trophy

Der Deutsche katapultierte sich in sein erstes Finale und in die Top 100. Am Sonntag geht es gegen Monfils um den Siegerscheck.

Die Überraschung in Wien: Philipp Petzschner

Foto © GEPADie Überraschung in Wien: Philipp Petzschner

Dieses Finale bei der Bank-Austria-Trophy in der Wiener Stadthalle hat wohl niemand erwartet: Nach Gael Monfils, der als einziger Gesetzter des 674.000-Euro-Turniers auch am letzten Tag noch im Bewerb ist, schaffte Philipp Petzschner die Sensation. Der 24-jährige Deutsche, als Nummer 125 der Welt erst im letzten Moment aus Tokio zur Qualifikation angereist, schaffte mit einem 3:6,6:3,6:3 über Melzer-Bezwinger Feliciano Lopez den Einzug in sein erstes Endspiel auf der ATP-Tour.

"Unglaublich". "Es ist unglaublich. Das ist die beste Tenniswoche meines Lebens. Ich spiele am absoluten oberen Limit von meinen Möglichkeiten. Ich suche meine Chancen, ich bekomme sie hier und bis jetzt habe ich alles so umgesetzt wie ich mir das erträumt habe", freute sich der sympathische Deutsche, der am späteren Abend auch noch an der Seite von Alexander Peya um den zweiten Finaleinzug - jenen im Doppel - kämpfte.

Durchmarsch. Erst am Freitagabend der Vorwoche in Tokio hatten sich er, Peya und deren gemeinsamer Coach Lars Übel zusammengesetzt, und die Teilnahme in Wien entschieden. "Alex, es wird schwer, ich möchte nicht nur fürs Doppel nach Wien fahren", hatte Petzschner zu Peya gesagt. Ein Anruf bei ATP und die Zusage der Wiener Turnierdirektion für einen späten Qualifikationsstart ebnete Petzschner die Möglichkeit zum Durchmarsch in Wien. Drei Stunden nach seiner Ankunft aus Japan spielte er bereits in Wien und hat nun schon sechs Einzel in Folge gewonnen.

Lauf. Petzschner hat den "flow", einen Lauf - wie er sagt. Ein Lauf, der ihm schon einige Flaschen Sekt wegen Wetten mit Peya kostet. Erstes Halbfinale, erstes Finale und - erstmals Top 100 - denn auch diesen Sprung hat der Bayreuther nun schon geschafft.

Langsames Finale. "Ich glaube, ich habe gegen jeden in diesem Turnier hier eine Chance. Wenn es passiert - unglaublich und wenn nicht - auch unglaublich", meinte er lachend vor dem Turnier. "Es wird so oder so meine schönste Tenniswoche für immer bleiben. Das erste Mal im Finale zu stehen, daran erinnert man sich sein Leben lang." Gegen Monfils hat er bisher einmal, erst vor zwei Wochen im Viertelfinale von Bangkok, gespielt und damals 6:7,4:6 verloren. "Da hatte ich im ersten Satz 6:4 im Tie-Break geführt." Petzschner prophezeite ein langsames, von Taktik geprägtes Finale, denn beide Spieler sind eher Konterspieler.

Sechstes Endspiel. Für Monfils ist es das insgesamt sechste Endspiel seiner Karriere. "Ich bin sehr müde, aber so fühle ich mich jetzt, weil ich gerade das Match beendet habe. Für das Finale werde ich ready sein", meinte ein erschöpfter Monfils. Der Publikumsliebling steht zum zweiten Mal in seiner Karriere in Österreich in einem Finale. Schon im Vorjahr war ihm dies in Pörtschach geglückt, musste sich damals aber Juan Monaco (ARG) geschlagen geben. "Ja, ich mag Österreich. Hier ist es zwar ganz anders als in Pörtschach, aber ich fühle mich großartig hier", sagte der etwas wortkarge Franzose mit Wohnsitz in Nyon (Schweiz).


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