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Zuletzt aktualisiert: 04.10.2008 um 18:01 UhrKommentare

Finanzcrash auf dem Tennisplatz

Ab Montag serviert die Wiener Stadthalle wieder Tennis der Extraklasse. Auch, wenn die absoluten Asse fehlen. Schuld sind die unsinnig hohen Startgelder.

Novak Djokovic wurde mit einem "unmoralischen" Angebot abgeworben

Foto © APNovak Djokovic wurde mit einem "unmoralischen" Angebot abgeworben

Der "Herr Miesmacher" könnte jetzt natürlich sagen: "Das heurige Stadthallen-Turnier ist der totale Abbrenner - die servieren keinen Topstar." Natürlich, damit hat der Herr nicht ganz Unrecht, kann man den topgesetzten Stanislas Wawrinka (ATP-Nr. 9) ja nicht unbedingt als Zuschauermagnet titulieren. Trotzdem, zerlegt man das Wiener Starterfeld in seine Einzelteile, so lassen sich doch einige Tennis-Kapazunder herausfischen.

Shootingstar. So schlägt neben dem Schweizer Wawrinka (Doppel-Olympiasieger mit Roger Federer) etwa der an Nummer zwei gesetzte Olympia-Finalist Fernando Gonzalez auf. Ein ganz besonderes Tennis-Zuckerl ist auch "Gaucho" Juan Martin Del Potro. Der 19-jährige Shootingstar erreichte am Samstag das Finale von Tokio, hat von seinen letzten 30 Matches 29 gewonnen, hält heuer bereits bei vier Titeln und wird am Montag wohl die neue Nummer acht der Welt sein. Dazu noch Raketenaufschläger Ivo Karlovic, Newcomer und Wetter-Schützling Ernests Gulbis, die Allzeit-Größen Ivan Ljubicic, Carlos Moya und Juan Carlos Ferrero sowie ein Österreicher-Quartett, dem man als heimischer Tennisfan immer gerne auf den Schläger schaut.

Das liebe Geld. Warum heuer kein Nadal, Federer oder Djokovic in der Donaustadt sein Bestes gibt, ist schnell erklärt: Es geht ums liebe Geld. "Bei den hohen Startgeldern, die heutzutage verlangt und auch gezahlt werden, können und wollen wir nicht mithalten", sagt Turnier-Boss Peter Feigl. Djokovic, den die Wienern quasi bereits an Bord hatten, wurde von Bangkok mit einem hohen, sechsstelligen Euro-Betrag abgeworben. Feigl: "Wenn sich die ATP nichts einfallen lässt, droht dem Tennis ein Finanzcrash." So würden die Top drei nur noch bei den zehn besten Turnieren des Jahres sowie den vier Grand Slams spielen, für die restlichen Veranstalter seien sie unbezahlbar.

Eine Katastrophe. "So gesehen sind wir mit unserem Feld noch sehr gut bedient", weiß Feigl, der von einem traurigen Beispiel berichten kann. "In Stockholm hat man das ganze Budget auf den Start von Federer ausgelegt. Der hat nun zwei Tage vor Turnierbeginn abgesagt. Jetzt ist in Stockholm die ATP-Nummer 28 der Topgesetzte - eine Katastrophe!"

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