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Zuletzt aktualisiert: 15.06.2008 um 20:11 UhrKommentare

Spanisches Aufbegehren

Tennisdominatoren im Gleichschritt: Federer siegt in Halle, Nadal in Queen's. Der Spanier meldet damit seinen Anspruch auf einen Platz in Federers "Wohnzimmer" an.

Rafael Nadal

Foto © ReutersRafael Nadal

Natürlich konnte niemand in das schwer erschütterte Innere von Roger Federer blicken. Doch musste man auch kein Tiefenpsychologe sein, um zu erkennen, was in dem Schweizer vorging, als er im French-Open-Finale von Erzrivalen Rafael Nadal mit 1:6, 3:6 0:6 schonungslos gedemütigt wurde und sein Paris-Trauma damit in die Verlängerung ging. Nach kurzer Selbstanalyse fand der Eidgenosse aber seinen "Rettungsanker" und verkündete noch in den Katakomben von Roland Garros, dass seine Zeit eben wieder in Wimbledon kommen würde.

Fünf Titel en suite. Eine berechtigte Ansage, hat Federer im "Tennis-Mekka" doch bereits fünf Titel en suite gehamstert und 2002 gegen Mario Ancic seine bisher letzte Niederlage an der Church Road ausgefasst. Zu dem gesellt sich die Tatsache, dass der Weltranglisten-Erste auf Rasen nach wie vor bestens in Schuss ist. So feierte der 26-Jährige gestern in Halle mit einem 6:3, 6:4-Finalerfolg über Philipp Kohlschreiber den fünften Titel in Folge sowie den 59. Sieg in Serie auf seinen so geschätzten und gestutzten Grashalmen. Besonders beeindruckend: Nach 55 Titeln ist es Federer erstmals gelungen, ein Turnier ohne einen einzigen Aufschlagverlust ins Trockene zu bringen.

Ein Warnschuss. Imposante Zahlen, die seinen Widersacher Nadal aber kalt lassen dürften. Denn der Spanier stellte zeitgleich in Queen's einmal mehr unter Beweis, dass er längst nicht mehr nur als begnadeter "Sandplatz-Wühler" abzustempeln ist. Mit den Siegen über Andy Roddick und Novak Djokovic im Finale (7:6, 7:5) fixierte der Mallorquiner seinen ersten sowie den ersten Titel für Spanien auf Rasen seit 1972. Ein lauter Warnschuss, den Federer, der Nadal in den letzten beiden Wimbledon-Finali noch im Zaum halten konnte, nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Ansonsten spielt's in seinem Londoner "Wohnzimmer" in zwei Wochen "Granada".

ALEXANDER TAGGER

Foto

Foto © Reuters

Roger FedererFoto © Reuters

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