Volleyball-FinaleMit Aberglaube zum ersten Titel

Die Damen des UVC Graz können heute den Volleyball-Meistertitel holen. 30 Jahre nachdem zum bisher letzten Mal ein steirisches Damenteam Gold in einer Ballsportart holte.

VOLLEYBALL - AVL, Graz vs Klagenfurt
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Vereinsgeschichte haben die Damen des UVC Graz mit dem Einzug in das Finale der Volleyball-Bundesliga längst geschrieben. Ein neues Kapitel steirischer Sporthistorie könnte heute folgen, sofern die Spielgemeinschaft aus Klagenfurt ab 20.15 Uhr in der Grazer Blue Box bezwungen wird und der erste Meistertitel der UVC-Geschichte feststeht. Nach Staatsmeistertiteln für steirische Damenmannschaften in Ballsportarten wie Fußball, Basketball, Handball und eben Volleyball muss man nämlich sehr lange suchen.

„Was Schöneres gibt es gar nicht“, sagt Christa Zötsch. Und sie muss es wissen. Zötsch war Stürmerin der legendären Mannschaft des DFC Leoben, die sich 1985/86 und 1986/87 den Titel in der Damen-Fußballbundesliga geholt hat. Überraschend sei der Titelgewinn damals aber nicht gewesen. Von Scheifling über Knittelfeld bis Leoben hätten die besten Fußballerinnen für den DFC gespielt, erzählt Zötsch. „Elektra, Landhaus, Aspern – die Wienerinnen waren viel besser, haben aber auch viel früher begonnen.“ 1985/86 wurde der DFC aber vor dem LUV Graz Meister. „Beim LUV haben wir auch unser letztes Saisonspiel gehabt“, erinnert sich Zötsch, die 1976, im Gründungsjahr des DFC, zu den Leobnerinnen gekommen war. Davor hatte sie mit den Herren aus Kammern gekickt. 1990 hat sie das erste Tor für eine ÖFB-Auswahl erzielt, bei einer 1:5-Niederlage in der Schweiz. „Das Nationalteam war ja davor eine Wiener Auswahl“, sagt Zötsch, die sich gerne an die Zeit zurückerinnert. Nur eines fehlt ihr: „Wir waren zwei Mal im Cup-Finale. Gewonnen haben wir aber nie.“

Es möge kein schlechtes Omen für den UVC sein. Die Grazerinnen haben den Pokaltitel nämlich bereits in der Tasche und auch im Vorjahr über den Cup-Erfolg jubeln dürfen. Das Double wäre der Höhepunkt einer überragenden Saison, die die Grazerinnen auf Platz eins des Grunddurchgangs beendet haben. Das ist auch der Grund, warum das letzte Finalspiel der „Best of five“-Serie in der eigenen Halle ausgetragen wird.

„Wir gehen von einer vollen Halle aus. Besonderheit ist keine geplant. Alles bleibt, wie es bisher war. Wir sind da ein bisschen abergläubisch“, sagt UVC-Manager Frederick Laure. Der Aberglaube geht so weit, dass Laure das ungerade Datum freut. Am 1. und 11. April haben nämlich die Grazerinnen zu Hause gewonnen, am 8. und 14. die Kärntnerinnen ihre Heimspiele. „Wenn diese Serie hält, sind wir überglücklich.“ Yoga, Gespräche und eine kleine Trainingseinheit standen als Vorbereitung auf dem Programm. Mit dabei: Laures fünf Monate alter Sohn: „Der schafft es ganz gut, die Stimmung aufzulockern. Ablenkung tut gut.“ Fest steht, dass die Saison für die Damen des UVC heute endet und nach dem Spiel eine Siegerehrung stattfindet. Und, dass im Falle des Titels gefeiert wird. Laure: „Wir werden ein Lokal finden, das uns gerne aufnimmt!“
Wie die Feier einst in Leoben war? „Flüssig“, erinnert sich Zötsch. Und: „Das gehört dazu.“

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