Jauerling-Premiere an Prommegger - Kreiner Dritte
Der Salzburger Andreas Prommegger hat beim Weltcup-Parallelslalom auf dem Jauerling einen Heimsieg gelandet. Bei den Damen wurde Marion Kreiner als beste Österreicherin Dritte.

Foto © APAndreas Prommegger
Als sich Andreas Prommegger vor 5.000 Fans in den Schnee fallen ließ, hatte er nicht nur den Heimfluch besiegt, sondern vor allem die Snowboard-Weltcup-Premiere auf dem Jauerling für sich entschieden. Der Salzburger setzte sich Freitagabend im Finale des Parallel-Slaloms gegen den Russen Andrej Sobolew durch. Bei den Damen gewann die Schweizerin Patrizia Kummer, Marion Kreiner wurde Dritte. Lokalmatador Benjamin Karl war im Viertelfinale ausgeschieden. Die Schnellste der Qualifikation, Julia Dujmovits, hatte es schon im Achtelfinale erwischt. Bereits in zwei Tagen steigt in Bad Gastein der nächste Slalom. Der 31-jährige Salzburger Prommegger hatte es zuvor vor heimischen Publikum erst einmal auf das Podest geschafft (Kreischberg 2010), umso größer war die Freude über den Triumph. "Es ist unglaublich, ich hatte richtig Gänsehaut und musste mit den Tränen kämpfen", sagte Prommegger nach seinem sechsten Weltcupsieg. Zuschauerkulissen wie auf dem Wachauer Jauerling haben Snowboarder nicht alle Tage, so sprach Prommegger auch "vom besten Rennen seiner Karriere" und hofft auf eine Neuauflage im nächsten Jahr. In der Weltcup-Wertung ist er hinter Karl nun bereits Zweiter.
Karl hatte schon in der Qualifikation zu kämpfen gehabt, im Viertelfinale gegen den späteren Dritten Roland Fischnaller aus Italien war Endstation. Im ersten Lauf rutschte Fischnaller aus den Kurs, im zweiten lagen beide Athleten im Schnee. Der Italiener rappelte sich jedoch schneller auf, kam als Erster über die Ziellinie und weiter. "Ein verhunztes Viertelfinale, es war hier von Beginn an der Wurm drinnen. Es zipft mich an, dass ich frühzeitig ausgeschieden bin. Aber das ist ein Grund, hier wieder ein Rennen zu haben und vielleicht bin ich ja dann besser drauf", meinte der Niederösterreicher, der verriet, dass er und Ehefrau Nina Anfang Juli Eltern werden. Karl wurde unmittelbar hinter Siegfried Grabner Achter, der Kärntner hatte im Viertelfinale um eine hundertstel Sekunde das Nachsehen gegenüber Prommegger gehabt. "Das ärgert mich schon, ich bin super drauf, schade", meinte Grabner, der sich mehr Rennen dieser Art wünscht. "Seit 20 Jahren fahre ich Snowboard und seit 19 Jahren im Weltcup, und ich habe so etwas wie hier noch nicht gesehen." Als vierter ÖSV-Athlet hatte es Ingemar Walder in die Finalsession geschafft, er wurde Elfter.
Bei den Damen verabschiedete sich Dujmovits allzufrüh (9.), die Burgenländerin wurde Opfer der Russin Jekaterina Tudegeschewa. Die eliminierte nach ihr auch Claudia Riegler (8.) und Kreiner, ehe die Weltcup-Gesamtsiegerin der vergangenen Saison im Finale gegenüber Kummer das Nachsehen hatte. "Ich bin nicht wirklich reingekommen. Es war aber ein cooles Rennen auf schwerer Piste. Und ich bin Neunte. Ich war nie schlechter als Neunte in dieser Saison", meinte die 24-jährige Dujmovits. Im Weltcup fiel sie von Platz zwei auf vier zurück. Die bisher Führende Fränzi Maegert-Kohli (SUI) wurde nur 14. und muss sich die Pole Positon nun mit Kummer teilen, Tudegeschewa ist Dritte. Kreiner hingegen jubelte über den Erfolg im "kleinen Finale" über die Deutsche Amelie Kober. "Ich bin total froh, es war ein knappes Rennen. Ich würde hier jetzt am liebsten noch zweimal runterfahren", sagte sie euphorisch. Dabei hatte Kreiner an der Niederlage gegen Tudegeschwa zu knabbern gehabt. "Nicht gerade meine Lieblingsgegnerin. Danach wäre ich am liebsten in den Wald gegangen und hätte laut geschrien." Als zweitbeste ÖSV-Läuferin wurde Ina Meschik Sechste.
Bereits bei der Qualifikation am Vormittag hatten Hunderte Fans die Strecke gesäumt, in Bussen waren die Schüler aus der Region auf den Jauerling gekarrt worden. Aus Schneetreiben war am frühen Nachmittag dichter Schneefall geworden, doch rechtzeitig zu Beginn der Abendsession hörte der Niederschlag auf. Prominente Vorläuferin war die frühere Alpinschiläuferin Michaela Dorfmeister, die auch auf einem Brettel Talent bewies.













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