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Der Höhepunkt war natürlich Marcel Hirscher Triple-Champion Ligety: "Die beste Woche meines Lebens" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Herren Nächster Artikel Der Höhepunkt war natürlich Marcel Hirscher Triple-Champion Ligety: "Die beste Woche meines Lebens"
Zuletzt aktualisiert: 10.02.2013 um 10:04 UhrKommentare

Auf Du & Du mit Blech und Leder

Der Trostpreis für ÖSV-Herren bei Großereignissen ist bitter, aber schon länger nichts ungewöhnliches mehr. Von den jüngsten 22 Rennen bei "big events" wurden nur zwei gewonnen.

Klaus Kröll musste am Podest vorbeigehen

Foto © APAKlaus Kröll musste am Podest vorbeigehen

Das hatten sich Klaus Kröll, Hannes Reichelt und Co. ganz anders vorgestellt. Österreichs Speed-Mannschaft hat die lang herbeigesehnte Heim-WM in Schladming ohne Medaille verlassen. "Das war einfach nicht gut genug. Wenn du Vierter oder Fünfter wirst, dann ist das kein Pech, dann warst du zu schwach", erklärte ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold und suchte einmal mehr keine Ausreden.

Lang ist es her, dass das "Power Team" bei Großereignissen den Taktstock geschwungen hat. Die Herren in Rot-Weiß-Rot stehen mit den Großereignissen (WM, Olympia) schon seit längerem auf Kriegsfuß. Von den jüngsten 22 Rennen bei "big events" wurden nur zwei gewonnen, hinzu kommen vier Silberne und eine Bronzene. In den jüngsten 12 Bewerben schauten sogar nur zwei Medaillen (einmal Silber, einmal Bronze) heraus.

Die ÖSV-ler holen also seit 2007 im Schnitt nur in jedem dritten Rennen eine Medaille. Insofern liegt man in Schladming im Schnitt, denn mit der Super-Kombination folgt am Montag (12.00 Uhr Abfahrt, 18.15 Uhr Slalom) Event Nummer drei. Da wäre dann eine Medaille fällig. Und Superstar Marcel Hirscher hat ja noch gar nicht in die WM eingegriffen.

Anno 2006

Zum bis dato letzten Mal richtig abgeräumt haben die ÖSV-Herren bei Olympia 2006 in Turin: zweimal Gold, dreimal Silber, dreimal Bronze. Diese Bilanz ist natürlich auch noch in Schladming - zumindest theoretisch - möglich.

Nimmt man nur die Königsdisziplin Abfahrt heran, dann ist die Bilanz - für ÖSV-Ansprüche - erschreckend: nach den Weltmeisterschaften 2007, 2009 und 2011 sowie Olympia 2010 blieben die Herren zum fünften Mal in Folge ohne Medaille. Die letzte Abfahrts-Goldene gab es 2003 bei der WM in St. Moritz dank Michael Walchhofer zu feiern, die letzte Medaille mit Olympia-Silber 2006 in Turin ebenfalls dank Walchhofer.

"Ich habe extrem mitgelitten. Das war nicht schlecht, aber eben auch nicht gut genug", meinte Schladming-Zaungast Walchhofer. "Das muss man schön langsam analysieren, warum es bei Großereignissen nicht für Medaillen reicht", meinte Kröll, der als Vierter der große Abfahrts-Pechvogel war.

Keine Ausreden

Solche Statistiken interessieren Berthold genauso wenig wie Ausreden. Seinen Ärger über den verpatzten Start ins Heimspektakel konnte der Vorarlberger nicht verbergen. "Das ärgert mich natürlich irrsinnig. Für mich ist es das zweite Großereignis ohne Medaille in der Abfahrt", erklärte Berthold.

"Wenn es eine Mannschaft wäre, die nicht das Potenzial dazu hätte, könnte man zufrieden sein. Aber wenn man so gute Jungs hat, die das heuer auch schon bewiesen haben, dann ist der Ärger groß", sagte der 47-Jährige, der sich auf harten Gegenwind in den kommenden Tagen einstellte: "Wir werden massive Kritik zu spüren bekommen von den Medien und unzufriedenen Fans."

Ihr Fett bekam von Berthold auch die FIS ab. Denn durch das Terminchaos im Vorfeld der Abfahrt wurde am Renntag noch ein offizieller Trainingslauf durchgezogen. Und dabei zog sich Max Franz eine Meniskuszerrung im rechten Knie zu. "Dieses Training war besonders sinnvoll. Wir waren strikt dagegen, aber die Mehrheit der Teamchefs war dafür", knurrte Berthold, der sich auf frischen Wind durch die Techniker-Truppe freute und als Motto für die sicherlich heiße zweite WM-Woche ausgab: "Cool bleiben."


9 Mal "Blech" und 5 Mal "Leder"

  • WM 2009 in Val d'Isere:

    Super-G: 5. Benjamin Raich
    Riesentorlauf: 4. Marcel Hirscher
  • Olympia 2010 in Vancouver:

    Abfahrt: 4. Mario Scheiber
    Riesentorlauf: 4. Marcel Hirscher - 5. Romed Baumann
    Slalom: 4. Benjamin Raich - 5. Marcel Hirscher
  • WM 2011 in Garmisch:

    Abfahrt: 4. Romed Baumann
    Super-G: 5. Benjamin Raich
    Slalom: 4. Mario Matt
    Super-Kombination: 4. Benjamin Raich
  • WM 2013 in Schladming:

    Super-G: 4. Hannes Reichelt - 5. Matthias Mayer
    Abfahrt: 4. Klaus Kröll

Die Ski-WM in Schladming

Montage APA / GEPA

Von Ted Ligetys Gold-Hattrick über Party-Mottos a la "Huschi Wuschi mit der Uschi" bis zu Marcels Hirschers Slalom-Titel - der ultimative Rückblick.

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