Die große Show auf der VIP-Tribüne
So mancher nahm im Rahmen der Abfahrt der Herren ein Gesichtsbad. Im Idealfall an der Seite von US-Superstar Kevin Costner.

Foto © GEPAHollywood-Star Kevin Costner verfolgte gebannt den WM-Abfahrtslauf der Herren und war sichtlich beeindruckt
So manch berühmtes Antlitz suchte man vergeblich. Denn hatte es noch vor zwei Tagen geheißen, Fürst Albert von Monaco, Wladimir Putin oder auch Neo-Russe Gerard Depardieu würden den Weg ins schmucke Schladming finden, so ließ sich dann doch keiner der Genannten blicken. Aber sei's drum, der Stimmung tat das wahrlich keinen Abbruch, zumal es auch sonst genügend Geschichten gab, an deren Anblick man sich (mehr oder weniger) erfreuen konnte. Egal ob die nun aus der Wirtschaft, der Politik, dem Sport oder der Kultur kamen.
Die meisten Blicke auf der VIP-Tribüne zog freilich einer auf sich, der im Grunde recht unscheinbar wirkte: der 58-jährige Herr aus dem fernen Amerika, der am Abend dann noch ein Konzert gab - Kevin Costner. Der Amerikaner mischte sich ob der Kälte dick eingepackt und trotz der nicht scheinenden Sonne sonnenbebrillt nach einigen durchaus flotten Schwüngen mit ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel auf den eisigen Pisten unter die fröhliche Menge. So kam's, dass Herrschaften, die normalerweise selbst das Ziel von Schnappschüssen sind, sich artig um ein Erinnerungsfoto anstellten. Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler etwa gefiel sich an der Seite des Hollywoodstars, und auch Frank Stronach war sich nicht zu schade, sich angesichts dieses wirklichen Weltstars aus seiner Loge zu beugen und ein klein wenig dem Smalltalk zu frönen.
Costner, völlig frei von Allüren, lächelte und schüttelte selbst so manchem aus dem Fußvolk freimütig die Hände. Mit dem Ergebnis, dass am Nachmittag in den sozialen Plattformen wie Facebook oder Twitter zahlreiche Fotos mit dem Oscar-Preisträger um die Welt gingen.
"Was für ein Spektakel, aber weil wir in Österreich sind, geht's eigentlich sehr locker und stets freundlich zu", urteilte Leo Windtner, Chef der oberösterreichischen Energie AG und nebenbei Präsident des ÖFB, der gemeinsam mit seiner Frau und Fußball-Teamchef Marcel Koller sich in die Riege der Prominenz mischte. "Nur dass wir keine Medaille geholt haben, ist schade." "Davon können wir derzeit nur träumen", lachte Marcel Koller, ein Schweizer.
Trotz des aus rot-weiß-roter Sicht wenig erfreulichen Resultats war die Stimmung im ORF-Haus nach dem Rennen nicht schlecht, wo die gesamte Chefetage von Generaldirektor Alexander Wrabetz über Programmchefin Kathrin Zechner gemeinsam mit Sportchef Hans Peter Trost eine erste kleine Zwischenbilanz zog. Und die fiel nicht nur ob der wirklich tollen Bilder, die man in die Haushalte liefert, positiv aus, sondern speziell ob der Einschaltquoten.
"Mist", ärgerte sich dafür Brigitte Karner, die Kärntner Schauspielerin und Frau von Zunftkollegen Peter Simonischek, die auf ihren Landsmann Matthias Mayer gesetzt hatte. Allerdings lag auch ihr Gatte mit seinem steirischen Landsmann Klaus Kröll ziemlich daneben. Letzteren hatte auch Ex-Teamtormann Michael Konsel weit vorne auf seiner Rechnung. Aber wie auch Wüstenrot-Chefin Susanne Riess hatte Konsel diese ohne den "Wirten" Aksel Lund Svindal gemacht.

















