Planai-Rauswurf: Land kontert mit Anwälten
Ho-ruck-Ablöse des Planai-Chefs war aus Sicht von Anwälten und eines Notars korrekt. Nicht so die 4000 Euro brutto zusätzlich zu der 8500-Euro-Gage als Geschäftsführer.

Foto © APA Verkehren via Anwalt: Trummer und Schützenhöfer
Gerüchte, Kritik, Verschwörungstheorien: Die überraschende Ablöse von Ernst Trummer sorgt nach wie vor für böses Blut. Nun geht das Land mit dem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der Planaibahnen, dem Chef der Tourismusabteilung Hellmuth Schnabl in die Offensive. Man ließ die Causa von der Grazer Kanzlei Thomas Stampfer und Christoph Orgler prüfen. Fazit: Trummer hätte sich nicht an seinen Vertrag gehalten, wonach er "kein weiteres Entgelt für Tätigkeiten im Rahmen von Konzern- und Beteiligungsgesellschaften" erhalten dürfe. Er hätte den Eigentümer umgangen. Für eine Vertragsänderung sei nicht der Aufsichtsrat, sondern die Generalversammlung zuständig.
Das Notariat von Alice Perscha (Leoben) wiederum bescheinigte dem Land, dass die jüngste Versammlung, wo Tourismusmanager Georg Bliem zum Interimschef bestellt und der Aufsichtsrat neu geordnet wurde, korrekt war.
Wie berichtet, ließ Planai-Chef Trummer mit Wissen des Aufsichtsrates seinen Vertrag abändern, um auch die Planai-Hotel-Errichtungsgesellschaft zu lenken. Eingeweihte sprechen von einer Gage von 4000 Euro zusätzlich zum Geschäftsführersalär von 8500 Euro brutto. Der Tourismusreferent, Vize-LH Hermann Schützenhöfer, sprach von einem Vertrauensbruch und ließ Trummer vor die Türe setzen.
Planai-Verkauf kein Thema
Seither brodelt es im Ennstal. Man tuschelt, Trummer wäre "geopfert" worden, da er sich mit dem mächtigen ÖSV angelegt und einen Verkauf der Planaibahnen-Anteile des Landes nach der Ski-WM (Februar 2013) erschwert hätte. Schützenhöfer schweigt dazu. Schnabl beteuert unterdessen, dass "noch nie über den Verkauf der Planaianteile geredet wurde. Da ist nichts".
Schnabl plant, dass "es mit Trummer zu einer Einigung kommt." Jede Forderung werde man aber nicht akzeptieren. Die Anwälte sind am Wort, für Trummer kämpft der Wiener Arbeitsrechtsexperte Roland Gerlach. Er meint: "Die zusätzliche Entlohnung ist rechtmäßig." Man hätte Trummer nur los werden wollen.















