FIS-Präsident Kasper fürchtet Hormon-Doping
Eine neue Welle von Dopingfällen im Wintersport befürchtet der Präsident des Internationalen Schiverbandes FIS, sobald Wachstumshormone nachgewiesen werden können.

Foto © APAGian- Franco Kasper
Eine neue Welle von Dopingfällen im Wintersport
befürchtet der Präsident des Internationalen Schiverbandes FIS, sobald
Wachstumshormone nachgewiesen werden können. "Im Alpin-Bereich und im
Schispringen sehe ich Skandale voraus. Das könnte dann böse
Überraschungen geben. Wenn sie gewisse Athleten anschauen,
Oberschenkel, haben sie gewisse Verdachtsmomente. Keine Beweise",
sagte Gian-Franco Kasper am Rande der Alpinen Schi-Weltmeisterschaften
in Aare.
Muskelmasse.
Die Zunahmen an Muskelmasse in den vergangenen Jahren nennt der
Schweizer "verwunderlich". Wachstumshormone seien aber erst wirksam
bekämpfbar, wenn sie juristisch einwandfrei nachgewiesen werden
könnten. "Ich muss ehrlich sagen: Bei Nordischen
Schi-Weltmeisterschaften ist es mir nie wohl", gab Kasper zu. Wichtig im Kampf gegen Doping seien zielgerichtete Kontrollen,
erklärte das Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).
"Das macht den Athleten Angst, da werden sie vielleicht vernünftiger.
Auch wir haben schwarze Listen. Im Langlauf ist die Gefahr sehr hoch,
da müssen wir kontrollieren, kontrollieren."
WADA.
Das Exekutivausschussmitglied der Welt-Antidoping-Agentur kündigte
an, dass die WADA und Interpol künftig im Kampf gegen die
Hintermänner des Dopinghandels kooperieren werden: "Nicht, dass wir
jetzt Interpol einsetzen werden, um den Athleten nachzurennen, aber
vor allem im Bezug auf die Schmugglerei von Dopingmitteln." Den Wirbel um die hohe Anzahl so genannter "No Shows", bei denen
Athleten von Doping-Kontrolleuren nicht am angegebenen Aufenthaltsort
angetroffen werden, hält Kasper teilweise für übertrieben. Dieses
Problem könne man "elektronisch lösen und sich per Handy an- und
abmelden". Im neuen WADA-Code werde ein künftiges Verfahren
"deutlicher" beschrieben.
Verkürzung.
Der Schweizer zeigte sich gegenüber einer Verkürzung der momentan
16 Tage dauernden Alpinen Schi-WM "von Fall zu Fall" offen. Bereits
für die Titelkämpfe 2009 in Val d'Isere sei eine Verkürzung auf 12
oder 13 Tage denkbar und werde mit den dortigen Veranstaltern
diskutiert. Auch denkt die FIS darüber nach, die Alpin-WM erst nach
der Nordischen WM abzuhalten. Dann würden die alpinen Titelkämpfe nach dem Abschluss der
Weltcup-Saison stattfinden. Kasper gab allerdings zu bedenken, dass
es bei einer Alpin-WM in der Hochsaison Anfang März Probleme mit dem
Tourismus geben könnte. Zudem würde es für einige Orte dann
schwierig, bei steigenden Temperaturen eine Abfahrtsstrecke
wettkampfgerecht zu präparieren.
Features
WADA
Die WADA sorgt für die Kontrolle der Sportler während der Trainingsphasen und während der Wettkämpfe. Dazu dienen angemeldete ebenso wie überraschend angesetzte Besuche an den Trainingsorten oder zu Hause bei den Athleten.





