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Zuletzt aktualisiert: 15.02.2007 um 10:44 Uhr

Das ÖSV-RTL-Debakel und die Folgen

Nach der historischen WM-Riesenslalom-Niederlage steht die Fehleranalyse bei Trainern, Serviceleuten und Läufern im Vordergrund.

Toni Giger muss derzeit sehr viele Frage beantworten

Foto © GEPAToni Giger muss derzeit sehr viele Frage beantworten

Zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Tagen hat ÖSV-Herrenchef Toni Giger in Aare zu einem WM-Debakel Stellung nehmen müssen. Was Landskrona 1990 (0:1 gegen Färöer) und Valencia 1999 (0:9 gegen Spanien) für Österreichs Fußballer darstellten, war der WM-Riesentorlauf am 14. Februar 2007 in Aare für die ÖSV-Schiherren. Zur Tagesordnung könne nach der historischen Watschn laut Giger keinesfalls übergegangen werden.

Fehlersuche. Man gehe "systematisch und analytisch" vor, nach der Analyse stehe die Verbesserungsarbeit an. Über die Fehlersuche meinte Giger: "Trainer, Serviceleute und Läufer sind beteiligt und haben den Auftrag, für ein gutes Ergebnis zu sorgen. Herausgekommen ist diesmal ein exorbitant schlechtes. Das ist jetzt ein ganz normaler Prozess." Giger weiter: "Dass alles in die Hose gegangen ist, ist eine neue Situation. Aber wir müssen kühlen Kopf bewahren und Schnellschüsse vermeiden." Deshalb hat der Salzburger auch keinen Rücktritt in Erwägung gezogen.

Problemsiziplin. Das Ausmaß des Debakels war zweifellos ein großes, aber dass es schwer werden würde, am Mittwoch in der "Problemdisziplin" RTL eine Medaille zu ergattern, war auf Grund des Saisonverlaufs absehbar. "Ehrlich gesagt war die Ausgangsposition so, dass wir hoffen mussten, dass uns der Benni Raich eine Medaille holt. Bei den anderen blieb die Hoffnung, dass sie sich bei der WM steigern." Raich hatte mit seinem Adelboden-Sieg fürs bisher einzige ÖSV-Podestergebnis im RTL gesorgt. Und seit 7. Jänner 2006, Görgl wurde in Adelboden Dritter, ist im RTL aus ÖSV-Sicht lediglich Raich aufs Weltcup-Stockerl gefahren.

Fragen über Fragen. Die spezifische Analyse des "schwarzen Mittwochs" lautete: "Faktum ist, dass wir nicht die notwendige Grundgeschwindigkeit für diesen Schnee entwickelt haben. Das macht mir Sorgen." Hat man in der Entwicklung etwas verschlafen? "Ich denke nicht. Denn wenn das so wäre, dann hätten wir ja keinen Läufer vorne dabei." Ist man konditionell hinten nach? "Die konditionellen Werte sind top." Oder ist die ÖSV-Truppe überaltert? "Wir haben das jüngste Nationalteam seit langer Zeit."

Konkurrenz ist dran. Fakt sei eben laut Giger viel mehr, dass die Konkurrenz die Österreicher eingeholt hat, der große Vorsprung der vergangenen Jahre ist futsch. "Wir hatten vor einigen Jahren einen Riesenvorsprung. Aber die anderen Nationen haben sich dahintergeklemmt, das ist merkbar und spürbar. Auch dank sehr vieler österreichischer Trainer, die abgeworben wurden und ihr Knowhow ins Ausland mitgenommen haben. Man muss ihnen dazu gratulieren."


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Nicht jammern

Mit dem Slalom am Samstag steht der letzte Einzelbewerb auf dem Programm. Einer, bei dem die ÖSV-ler vor allem dank Raich und Mario Matt beste Medaillenchancen haben.

"Es liegt an uns, nicht alles krank zu jammern. Wir müssen uns bewusst sein, dass der Slalom unsere stärkste Disziplin ist. Und wir werden erhobenen Hauptes in den Slalom gehen", so Toni Giger.

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