Das ÖSV-RTL-Debakel und die Folgen
Nach der historischen WM-Riesenslalom-Niederlage steht die Fehleranalyse bei Trainern, Serviceleuten und Läufern im Vordergrund.

Foto © GEPAToni Giger muss derzeit sehr viele Frage beantworten
Zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Tagen hat
ÖSV-Herrenchef Toni Giger in Aare zu einem WM-Debakel Stellung nehmen
müssen. Was Landskrona 1990 (0:1 gegen Färöer) und Valencia 1999 (0:9 gegen Spanien) für Österreichs Fußballer darstellten, war der WM-Riesentorlauf am 14. Februar 2007
in Aare für die ÖSV-Schiherren. Zur Tagesordnung könne nach der
historischen Watschn laut Giger keinesfalls übergegangen werden.
Fehlersuche. Man gehe "systematisch und analytisch" vor, nach der Analyse stehe die Verbesserungsarbeit an. Über die Fehlersuche meinte Giger: "Trainer, Serviceleute und Läufer sind beteiligt und haben den Auftrag, für ein gutes Ergebnis zu sorgen. Herausgekommen ist diesmal ein exorbitant schlechtes. Das ist jetzt ein ganz
normaler Prozess." Giger weiter: "Dass alles in die Hose gegangen
ist, ist eine neue Situation. Aber wir müssen kühlen Kopf bewahren
und Schnellschüsse vermeiden." Deshalb hat der Salzburger auch keinen
Rücktritt in Erwägung gezogen.
Problemsiziplin. Das Ausmaß des Debakels war zweifellos ein großes, aber dass es schwer werden würde, am Mittwoch in der "Problemdisziplin" RTL eine Medaille zu ergattern, war auf Grund des Saisonverlaufs absehbar. "Ehrlich gesagt war die Ausgangsposition
so, dass wir hoffen mussten, dass uns der Benni Raich eine Medaille
holt. Bei den anderen blieb die Hoffnung, dass sie sich bei der WM
steigern." Raich hatte mit seinem Adelboden-Sieg fürs bisher einzige ÖSV-Podestergebnis im RTL gesorgt. Und seit 7. Jänner 2006, Görgl wurde in Adelboden Dritter, ist im RTL aus ÖSV-Sicht lediglich Raich aufs Weltcup-Stockerl gefahren.
Fragen über Fragen. Die spezifische Analyse des "schwarzen Mittwochs" lautete: "Faktum ist, dass wir nicht die notwendige Grundgeschwindigkeit für diesen Schnee
entwickelt haben. Das macht mir Sorgen." Hat man in der Entwicklung etwas verschlafen? "Ich denke nicht. Denn wenn das so wäre, dann hätten wir ja keinen Läufer vorne dabei." Ist man konditionell hinten nach? "Die konditionellen Werte sind top." Oder ist die ÖSV-Truppe überaltert? "Wir haben das jüngste Nationalteam seit
langer Zeit."
Konkurrenz ist dran. Fakt sei eben laut Giger viel mehr, dass die Konkurrenz die
Österreicher eingeholt hat, der große Vorsprung der vergangenen Jahre
ist futsch. "Wir hatten vor einigen Jahren einen Riesenvorsprung.
Aber die anderen Nationen haben sich dahintergeklemmt, das ist
merkbar und spürbar. Auch dank sehr vieler österreichischer Trainer,
die abgeworben wurden und ihr Knowhow ins Ausland mitgenommen haben.
Man muss ihnen dazu gratulieren."
Features
Schlechtes Ergebnis
Konsequenzen
Fotoserie
Nicht jammern
Mit dem Slalom am Samstag steht der letzte Einzelbewerb auf dem
Programm. Einer, bei dem die ÖSV-ler vor allem dank Raich und Mario
Matt beste Medaillenchancen haben.
"Es liegt an uns, nicht
alles krank zu jammern. Wir müssen uns bewusst sein, dass der Slalom
unsere stärkste Disziplin ist. Und wir werden erhobenen Hauptes in
den Slalom gehen", so Toni Giger.





