Drei Goldene! Langsam fängt sich Pärson zu fürchten an
Pärson: "Bin doch nur ein kleines Mädchen." Schon drei Goldene hat sie bei dieser WM gewonnen und noch einmal drei Bewerbe in Aare stehen an. Das heißt noch einmal drei Gold-Chancen für Pärson.

Foto © APAÜberfliegerin Anja Pärson
Vater Anders und Tochter Anja haben einander nach dem
dritten Goldmedaillengewinn der Schwedin nichts zu sagen gehabt. "Wir
hatten keine Worte, wir haben einander nur umarmt, für uns ist das so
eine große Sache", versuchte Anja Pärson, nun dreifache Weltmeisterin
in Aare und siebenfache WM-Titelgewinnerin, bei der Pressekonferenz
am Sonntag nach der WM-Abfahrt zu erklären. "Ich hoffe, dass ich,
wenn ich alt bin und zurückschaue, weiß, was ich getan habe. Im
Moment fürchte ich mich gerade ein bisschen."
Alle fünf Disziplinen. Toni Sailer hat 1956 in Cortina d'Ampezzo alle vier WM-Bewerbe
gewonnen (Abfahrt, Riesentorlauf, Slalom, Kombination) und der
Franzose Jean-Claude Killy 1968 in Grenoble ebenfalls vier Mal
zugeschlagen. Mittlerweile ist auch der Super G im Programm (und die
Kombi ein eigener Bewerb), und Pärson ist es zuzutrauen, dass sie als
erste Athletin der Ski-WM-Geschichte bei einer WM alles abräumt. Als
Erste WM-Titel in allen fünf Disziplinen hat sie nun ja. Und die
Ausnahmesportlerin aus Tärnaby hat sogar noch ein sechste Chance auf
Edelmetall, denn im Teambewerb ist die 25-jährige Fixstarterin.
Nur ein kleines Mädchen. "Ich sehe mich nicht als diese Person, als die mich die anderen
sehen. Ich bin doch nur ein kleines Mädchen, das durch die Straßen
läuft, dem Fußball hinterher und auf dem Hügel Ski fährt. Und jetzt
habe ich hier drei Goldmedaillen, das ist mehr, als ich fassen kann",
sagte Pärson. Sie hätte den Traum von einer Goldmedaille in Aare
gehabt, und jenem vom Titel in der Abfahrt.
Energie. Nun sei sie sehr müde. "Ich hoffe, ich habe noch Energie für die
weiteren Rennen. Schon am Dienstag ist der Riesentorlauf und morgen
muss ich trainieren." Am Sonntagabend stand das traditionelle Dinner
mit dem Team ("Mit Champagner!") auf dem Programm, an dem auch
Landsmann und Bronzemedaillengewinner Patrik Järbyn teilnahm.
Familie. "Ich habe das Rennen im Fernsehen gesehen und mich so für ihn
gefreut und geweint. Er ist ein großartiger Gleiter, der beste im
Weltcup. Wir haben vergangene Woche miteinander trainiert",
berichtete Pärson. Dass sie bis fast 38 weitermache wie Järbyn, kann
sie sich aber nicht vorstellen: "Ich hoffe, dass ich dann nicht mehr
im Weltcup bin, sondern Familie habe. Vielleicht bin ich aber auch
Trainerin, man weiß ja nie."






