Zack-Bumm ins Rampenlicht war nach Byggmarks Geschmack
Noch versteht man, dass der schwedische Slalom-Fahrer Jens Byggmark mit dem Rummel, der über ihn nach dem Kitzbühel-Double und Platz zwei in Schladming hereinbrach, überfordert ist.

Foto © GEPADer Shootingstar Jens Byggmark
Noch versteht man, dass der schwedische Slalom-Fahrer
Jens Byggmark mit dem Rummel, der über ihn nach dem Kitzbühel-Double
und Platz zwei in Schladming hereinbrach, überfordert ist. Noch sieht
man über seine Steno-Antworten hinweg, denn schließlich war es seine
erste Pressekonferenz in der Heimat, und noch dazu fand sie bei den
Alpinen Schi-Weltmeisterschaften in Aare statt. Wenn das Riesentalent
mit dem blonden Struwwelhaaren, den klaren, blaugrünen Augen und dem
schüchternen Lächeln weiterhin auf der Erfolgswelle carvt, ist aber
auch abseits der Piste etwas mehr Routine gefragt.
Pressekonferenz.
Etwas verloren wirkend saß Byggmark am Sonntagabend bei der
Pressekonferenz im überfüllten Interview-Raum auf dem Podium, es
kamen viele Fragen, er gab kurze Antworten. Und seine Versuche, mit
Witz die Unsicherheit zu überspielen, gelangen nicht immer. Mit
seinem vom Kitz-Preisgeld gekauften neuen Auto sei er nach Aare
gekommen. Einem Ferrari, erzählte er, der dann bei neuerlichem
Nachfragen doch schnell zum Audi wurde. Über Benjamin Raich sagte er,
dass er ein "guter Schifahrer" ist und "vielleicht" auch ein
Konkurrent um Slalom-Gold. Den des Schwedisch mächtigen Journalisten
verriet er später im kleineren Kreis im Dialekt des Lapplands, dass
er seine Landsleute Markus Larsson und Andre Myhrer ganz oben auf der
Rechnung hat.
Erfolg.
Wer glaubt, dass der 21-Jährige zugeben würde, dass ihm der
plötzliche Erfolg schlicht und weg überrollt hat, der irrt: "Mir war
es ganz recht, dass es zack gegangen ist. Ich hätte es nicht anders
haben wollen, nicht ein Sieg und dann nach ein paar Wochen wieder
einer. Aber ich kann es immer noch nicht glauben. Ich bin schon noch
der Gleiche, aber nun bin ich auch einer der Favoriten. Es stimmt,
ich weiß nicht genau, wie ich damit umgehen soll. Aber ich habe immer
gewusst, dass ich so Schi fahren kann."
Golf.
Jens Byggmark hat schon früh darauf gehofft, im Sport Erfolg zu
haben, denn bereits als Neunjähriger soll er nach schwedischen
Zeitungsberichten gesagt haben: "Ich will einmal der Beste der Welt
werden und in Monaco wohnen." Vielleicht kam daher auch der Wunsch
nach einem Ferrari, für den die kürzlich verdienten Schwedischen
Kronen dann doch noch nicht reichten. Byggmark erzählte auch, dass er den US-Tennisspieler Andy Roddick
mag, und aus ihm selbst gut auch ein Golfspieler hätte werden können:
"Ich war tatsächlich talentiert, aber von Tärnaby zum nächsten
Golfplatz waren es 24 Kilometer", sagte der Schwede, der jetzt in
Umea nördlich von Aare lebt.





