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Zuletzt aktualisiert: 11.08.2009 um 20:17 UhrKommentare

ÖSV erstattete Anzeige gegen Jungwirth wegen Untreue

Der ÖSV hat bei der Staatsanwaltschaft Salzburg Anzeige wegen Untreue gegen den früheren Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), Heinz Jungwirth, erstattet.

Heinz Jungwirth

Foto © APAHeinz Jungwirth

Dies bestätigte die zuständige Staatsanwältin Eva Danninger-Soriat am Dienstagnachmittag auf APA-Anfrage. Zum genauen Inhalt der Anzeige wollte Danninger-Soriat allerdings nichts sagen. Vom ÖSV erfuhr die APA - Austria Presse Agentur jedoch, dass es bei dieser am 6. August eingebrachten Strafanzeige um jene Million Dollar (705.916 Euro) gehe, die der ÖSV nach dem Dopingskandal um österreichische Langläufer und Biathleten bei Olympia 2006 in Turin an das ÖOC zweckgebunden für Anti-Doping-Maßnahmen überwiesen hatte. Laut dem Skiverband besteht "der Verdacht, dass diese Million vom ÖOC nicht für den Anti-Doping-Kampf eingesetzt worden ist".

Missbräuchliche Verwendung?

"Die Zweckbindung bestand darin, dass das Geld der Bekämpfung von Doping und der Verbesserung der medizinischen Betreuung, insbesondere bei Olympischen Spielen dienen sollte. Angeblich wurde der Betrag vom ÖOC an das IOC zum Zwecke der Dopingbekämpfung weitergeleitet", hieß es vonseiten des ÖSV zur APA-Anfrage in einer offiziellen Aussendung. Da der ÖSV "zumindest teilweise eine missbräuchliche Verwendung" dieses überwiesenen Betrages vermutet, beantragte er am vergangenen Donnerstag einen Privatbeteiligtenanschluss in der Causa Jungwirth. Die Staatsanwaltschaft Salzburg hatte bereits im Juli ihre Ermittlungen wegen Untreue im Zusammenhang mit der Salzburger Olympiabewerbung 2014 auch auf den Ex-ÖOC-Generalsekretär ausgedehnt. Neben Jungwirth wird auch gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Salzburger Winterspiele GmbH, Fedor Radmann, und dessen zwei Nachfolger Gernot Leitner und Rudolf Höller sowie Olympia-Strategieberater Erwin Roth ermittelt.

Die Ermittlungen sollen angebliche dubiose Geldflüsse aufklären. Die Salzburger Olympiagesellschaft habe dem Förderverein - er wurde zur Unterstützung der Bewerbung eingerichtet - ein 300.000 Euro hohes Darlehen gegeben, das aber laut Salzburger Bürgerliste und dem BZÖ nur zum Teil zurückbezahlt worden sein soll. Aufgrund von Medienberichten, dass 150.000 Euro fehlen sollen, nahm die Staatsanwaltschaft Salzburg im Februar dieses Jahres Ermittlungen auf.

Auch der Rechnungshof hatte beanstandet, dass der Förderverein, bei dem Jungwirth laut Staatsanwaltschaft der Bevollmächtigte in finanziellen Angelegenheiten war, 150.000 Euro nicht mehr an die Salzburger Olympia-Bewerbungs-GmbH zurückbezahlt habe. Die fünf Verdächtigen, für die die Unschuldsvermutung gilt, bestreiten die Vorwürfe. So hatte etwa Leitner in einem APA-Gespräch betont, es habe keine Ungereimtheiten gegeben, "alles ist belegbar".

Der ÖSV bezieht sich in seiner Anzeige nur auf Jungwirth: "Gegenstand des Ermittlungsverfahrens ist zumindest unter anderem die Dotierung des Olympia-Fördervereins für die Olympiabewerbung 2014, bei welchem Verein der Beschuldigte führend tätig war, wobei er gleichzeitig Generalsekretär des ÖOC war. Es besteht der Verdacht, dass vom ÖOC an den Olympia-Förderverein bezahlte Beträge zweckwidrig bzw. missbräuchlich verwendet wurden, wofür der Beschuldigte Dr. Jungwirth zumindest auch verantwortlich war. In diesem Zusammenhang ist nicht auszuschließen, dass für eine allfällig missbräuchliche Verwendung der vom ÖOC an den Olympia-Förderverein bezahlten Mittel zumindest teilweise der vom ÖSV im Jahre 2007 mit ausdrücklicher Zweckwidmung überwiesene Betrag in Höhe von einer Million Dollar verwendet wurde."

Staatsanwaltschaft führt amtswegiges Verfahren

Im Zusammenhang mit dem in Salzburg anhängigen Untreue-Verfahren gegen den früheren Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), Heinz Jungwirth, legt der Österreichische Skiverband (ÖSV) Wert auf die Feststellung, dass die Staatsanwaltschaft von Amts wegen ein Verfahren gegen Jungwirth führt. Der ÖSV habe diesen nicht angezeigt, sich dem Verfahren allerdings als Privatbeteiligter angeschlossen, erläuterte Manfred Ainedter, der Rechtsvertreter des ÖSV, am Dienstagabend gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. "Zugleich haben wir Akteneinsicht begehrt, um feststellen zu können, ob die Gelder, die der ÖSV dem ÖOC nach der Turin-Affäre zweckgewidmet zur Bekämpfung von Doping bezahlt hat, widmungsgemäß verwendet worden sind", sagte Ainedter.


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