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Zuletzt aktualisiert: 12.02.2009 um 19:53 UhrKommentare

Bode Miller hat wieder einmal keine Lust

Er wollte sich zum König der Schi-WM krönen - und steht kurz davor, abermals zum Verlierer zu werden: Bode Miller denkt deshalb wieder einmal an Rücktritt.

Bode Miller und seine Einlagen würde dem Schi-Zirkus fehlen

Foto © APBode Miller und seine Einlagen würde dem Schi-Zirkus fehlen

Bode Miller ist ein Star der Schiszene. Vielleicht, weil er einfach anders ist. Er mag keine Regeln. Er mag keine Konventionen. Er pfeift auf Tradition. Er feiert schon einmal während der Saison. Bode Miller ist auch mit 31 Jahren der Rebell - und deswegen bei der Ju gend äußerst beliebt.

"Bin der Beste". Nur: Nicht immer weiß Bode Miller, was er will. Zuerst wollte er zum Star der WM werden. "Auf diesem Berg bin ich der Beste", verkündete er vollmundig. Doch bisher steht er ohne eine einzige Medaille da, wenngleich auch in der Abfahrt aufgrund schlechter Sichtverhältnisse. - Und machte sich bei seinen Kollegen unbeliebt. Er beschimpfte Aksel Lund Svindal und Didier Cuche, "weil sie zu sehr auf Ruhm und Ehre schielen, kein Herz haben". Weil sie taktisch gefahren sind, um Gold zu gewinnen - und das passt dem mittlerweile 31-fachen Sieger von Weltcup-Rennen so gar nicht: "Rennen fahren heißt angreifen - nicht bremsen", lautet sein Credo, das er eisern verfolgt. Und sich und seine Philosophie missverstanden fühlt: "Medaillen sind nicht das, was ich will. ich will so hart wie möglich Schi fahren, seit ich sechs Jahre alt bin."

Zeit für Rücktritt? Kein Wunder, dass Miller, der im Jahr immerhin rund fünf Millionen Euro in sein "Team America" investiert, wieder einmal an Rücktritt denkt. "Ich rede jetzt schon seit fünf Jahren davon. Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, es wirklich zu tun." Olympia in Vancouver sei auf jeden Fall kein Anreiz - vielleicht auch wegen der Erinnerungen an Turin 2006, als er zwar ebenso ohne Medaille blieb, seine Feier-Fotos aber um die Welt gingen. "Bis jetzt gibt es nichts, das mich überzeugen würde, weiterzumachen", sagte er und überrascht wieder alle: "Ich hätte Olympia-Gold gewinnen können. Aber ich hätte mich selbst belügen müssen und taktieren. Das will ich nicht." Man darf gespannt sein, was er im WM-RTL am Samstag macht.

MICHAEL SCHUEN, VAL D'ISERE

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