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Zuletzt aktualisiert: 12.02.2009 um 15:00 UhrKommentare

WM-Exoten in Val d'Isere: "Wir werden erpresst"

Nicht nur Schi-Prinz Hohenlohe und Schnee-Leopard Nkrumah-Acheampong fühlen sich von der FIS verschaukelt.

Schi-Prinz Hubertus von Hohenlohe

Foto © GEPASchi-Prinz Hubertus von Hohenlohe

Nicht weniger als 102 Herren aus 54 Nationen haben am Donnerstag bei dichtem Schneetreiben und eisigen Temperaturen die WM-Riesentorlauf-Qualifikation in Val d'Isere in Angriff genommen. Das Exoten-Derby stand aber dann im Zeichen des Protests, so haben zahlreiche Athleten das Rennen mit einer schwarzen Binde um den Oberarm bestritten. "Wir werden erpresst", meinte etwa der als "afrikanischer Schnee-Leopard" aufgetretene Kwame Nkrumah-Acheampong aus Ghana.

Hintergrund des Erpressungsvorwurfs ist eine Regel des Internationalen Schiverbands FIS, wonach nur jene Athleten an den Olympischen Winterspielen 2010 teilnehmen dürfen, die auch bei der WM in Val d'Isere am Start waren. "Und diese Erpressung ist der einzige wahre Grund, warum so viele Nationen hier in Val d'Isere teilnehmen", berichtete Nkrumah-Acheampong aufgebracht.

Lebhafte Debatte. Auch FIS-Boss Gian Franco Kasper ließ sich im Quali-Zielraum blicken und wurde gleich in eine lebhafte Debatte mit seinen Gegnern verwickelt, die vom senegalesischen Verbandsboss Lamine Gueye angeführt werden. "Ich werfe Kasper zwei Sachen vor. Erstens, dass die FIS im 21. Jahrhundert nach wie vor keine Demokratie zulässt. Denn das Format der Qualifikation wurde erstellt, ohne die Nationen zu fragen. Und zweitens werfe ich ihm vor, dass wir erpresst werden, denn ohne WM gibt es kein Olympia", meinte Gueye und verwies auf die auf der FIS-Website nachschlagbare Regel.

Keine Regel. Kasper selbst meinte jedoch, dass diese Regel nicht existiere und lud Gueye für Donnerstagabend ins FIS-Hotel ein. "Er hat mir versprochen, dass er unterschrieben wird, dass man auch ohne WM-Start an Olympia teilnehmen darf", meinte Gueye.


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