ÖSV-Herren im Sturzflug: "Wird keine Schnellschüsse geben"
Der Alpinchef stellte sich vor den Trainerstab: "Alle kämpfen wie die Löwen."

Foto © APAHans Pum
Österreichs Ski-Herren taumeln bei der WM in
Val d'Isere von einer Pleite in die nächste. Nach Abfahrt und Super-G
blieb das (einstige) "Power Team" auch am Montag in der
Super-Kombination ohne Medaille. "Natürlich tut mir das Herz weh,
wenn wir nach drei Herren-Bewerben keine Medaille haben. Wir sind
alle deprimiert, wenn es so wie jetzt einfach nicht läuft", gestand
ÖSV-Alpinchef Hans Pum unmittelbar nach der Super-Kombi, bei der
Romed Baumann als einziger Österreicher ins Ziel kam und Rang acht
belegte.
Genaue Analyse. Auf die Frage, ob nun personelle Konsequenzen im Trainerstab zu
erwarten sind, meinte der Oberösterreicher: "Es wird ganz sicher
keine Schnellschüsse geben. Wir werden die Ergebnisse und Ereignisse
ganz genau analysieren. Dass der Druck auf alle Beteiligten größer
wird, ist logisch. Aber ich kann versichern, dass wir in der
Vorbereitung alles gemacht und unternommen haben."
Zynisch. Mit einer Portion Zynismus meinte Pum, der seit 1996 Alpinchef
ist, weiter: "Und wenn die Welt nicht untergeht, dann haben wir ja
hier noch weitere Chancen auf eine Medaille." Genau zwei Chancen
haben Benjamin Raich und Co. noch, nämlich in Riesentorlauf (Freitag)
und Slalom (Sonntag).
Kampfbereit. Pum stellte sich ganz klar vor den von Toni Giger angeführten
Trainerstab der ÖSV-Herren. "Wir haben eine super Partie beisammen.
Jeder unserer Trainer kämpft wie ein Löwe." Doch Pum versprach
gleichzeitig auch: "Ein paar Sachen werden wir sicher ändern." Was
genau damit gemeint ist, wollte der 54-Jährige jedoch zunächst nicht
verraten.
"So etwas passiert". Alles schlecht zu reden, sei nun nicht korrekt und sinnvoll. "Es
ist den Herren bis jetzt einfach nicht so gelaufen. So etwas passiert
in jedem Sport. Sonst dürften im Fußball Brasilien oder Real Madrid
kein einziges Spiel verlieren", flüchtete sich Pum, der ein
persönlicher Freund des - ebenfalls oberösterreichischen -
designierten ÖFB-Präsidenten Leo Windtner ist, ins Lager der
Fußballer.





