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Zuletzt aktualisiert: 06.02.2009 um 17:18 UhrKommentare

Kathrin Zettel hat noch nicht genug

Kathrin Zettel stellte sich nach ihrem ersten Weltmeister-Titel der Presse und beschrieb den Augenblick des Erfolgs so: "Ein Moment, den ich länger haben will".

Kathrin Zettel

Foto © APAKathrin Zettel

Kathrin, haben Sie schon realisiert, dass sie nun Weltmeisterin sind?
Zettel: "Ganz noch nicht, es war noch keine Zeit zum Nachdenken. Ich bin bis jetzt von einem Medientermin zum anderen. Es ist einfach ein Wahnsinnstag für mich. Ich freue mich irrsinnig, dass wir auch mannschaftlich so stark sind, ein dritter Platz noch dazu. Ich glaube, es ist heute echt ein Wahnsinn."

Was bedeutete Ihnen dieser WM-Titel?
Zettel: "Das ist unbeschreiblich, hier Gold zu holen. Und überhaupt in der Kombination, das war nicht realistisch für mich, weil da die Lindsey, die Maria, die Anja, obwohl die mit der Strecke nicht ganz zusammengekommen ist, waren. Es ist der schönste, beste Tag bis jetzt in meiner Karriere, ich hoffe, dass noch manche solche Tage folgen."

Wie hört sich Weltmeisterin für Sie an?
Zettel: "Weltmeisterin hört sich traumhaft ab, aber ich muss mich zusammenreißen, dass ich nicht umschaue, ob da nicht wer anderer hinter mir steht, der noch schneller war. Voll cool ist das."

Wie schwierig war es im Ziel, auf Lindsey Vonn zu warten?
Zettel: "Das war nervenaufreibend. Lindsey kann im Slalom genau so schnell fahren oder schneller als ich. Nach dem Fehler dachte ich mir, das kann jetzt eng werden, als das dann inkorrekt war, ist mir ein irgendwo rießengroßer Stein vom Herzen gefallen."

Woher nehmen Sie die Nervenstärke?
Zettel: "Ich habe keine Ahnung. Heuer habe ich einen sehr guten Lauf, ich habe Rennen gewonnen, man wächst mit dem mit, lernt immer neue Sachen dazu. Da wird man geprägt davon, da sieht man manches lockerer und manches leichter."

Sie gehen auch gern auf die Jagd - ist das der Auftakt zur großen Medaillenjagd in Val d'Isere gewesen?
Zettel: "Möglicherweise. Besser kann es fast nicht werden, aber ich werde versuchen, dass ich ungefähr auf diesem Niveau weiterfahre. Wir haben jetzt einen ganz guten Schnitt - zwei Rennen, drei Medaillen. Aus Damensicht können wir nicht meckern. Und es stehen noch ein paar Rennen vor der Tür, ich hoffe, dass da noch was möglich ist."

Gewähren Sie uns einen Blick in Ihre Gefühlswelt, Sie wirken so ruhig...
Zettel: "Tränen werde ich vielleicht am Abend bei der Siegerehrung vergießen. Ich denke, ich werde schon groß feiern und mir das nicht entgehen lassen, denn morgen habe ich frei, da können wir uns schon was gönnen. Ich bin ziemlich durcheinander momentan. Ich werde ein bisserl von einem Eck ins andere geschupft derzeit, habe lauter Fragen zu beantworten, auf Englisch auf Deutsch. Ich bin gerade ein bisserl überfordert, habe aber eine Riesenfreude. Ich bin auch ruhig irgendwo, denn das ist einfach ein Moment in meinem Leben, den ich auch genießen möchte und ein bisschen länger haben möchte."

Der Schlüssel zum Erfolg war die Abfahrt - wie haben Sie die als Technikerin so gut gemeistert?
Zettel: "Im oberen Teil war ich sehr schnell, herunten habe ich durch einen blöden Fehler verloren, da war ein Schlag nach der Schrägfahrt, den habe ich in keinem von den beiden Trainings gut erwischt und heute auch nicht. Auch heute habe ich wieder Zeit aufgerissen, aber trotzdem bin ich sehr zufrieden mit der Abfahrtsleistung, weil ich nicht so oft auf langen Bretteln stehe, und dafür passt es ganz gut."

Kann Sie nach wie vor niemand überreden, die Spezialabfahrt zu fahren?
Zettel: "Nicht unbedingt. Ich brauche meine Kraft für die anderen Rennen, und das werde ich auch so machen."


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