Super G: Für Vonn gab's diesmal WM-Gold statt einer Kuh
Lindsey Vonn holte sich im Auftakt-Bewerb in Val d'Isère - dem Super G - erstmals in ihrer Karriere eine WM-Goldene. Für Österreich gab's eine unerwartete Medaille und ein unerwartetes Ende: Andrea Fischbacher holte sich Bronze, Renate Götschl eine Enttäuschung.

Foto © APAToller Erfolg für Andrea Fischbacher
Es war vielleicht der schwerste Super-G, den die Damen je gefahren sind. Insofern einer WM absolut würdig - und er hatte auch eine mehr als würdige Siegerin: Lindsey Vonn. Die 24-Jährige Gesamt-Weltcupsiegerin war in Åre noch so traurig gewesen, als sie "nur" zwei Mal Silber erobert hatte. Diesmal sollte das anders werden, gestand sie: "Ich wollte hier Gold. Und ich habe mich auch extrem unter Druck gesetzt. Umso schöner, dass es geklappt hat." Nicht zuletzt dank Anna Fenninger. Denn wie Vonn offenbarte, fuhr sie die Linie der 19-jährigen Salzburgerin, "weil ich wusste, dass sie die richtige ist." Nur fuhr sie kompromissloser - und schneller. Eine Leistung, der alle respekt zollten, immerhin war Vonn schon bei deutlich schlechteren Sichtverhältnissen gestartet.
Vonn im Interview
"Fischi" zappelte. Andrea Fischbacher, sonst eher der Typ wortkarg-ruhig, zappelte fast ein bisschen. "Ich bin nervöser als vor dem Start", bekannte sie mitten in der Wartezeit. Der Wartezeit, ob sie tatsächlich gleich zum Auftakt der WM in Val d'Isère eine Medaille macht. Bei ihrem ersten WM-Start, denn vor zwei Jahren in Åre war sie in der Qualifikation gescheitert. Es reichte - und Fischbacher strahlte. Denn mit einer Medaille für Österreichs Damen war nicht unbedingt zu rechnen - doch am Ende herrschte Zufriedenheit: Denn Anna Fenninger brauste mit 19 Jahren und der Nummer eins auf Platz vier, Elisabeth Görgl wurde Sechste.
Steckbrief
Traum erfüllt.
"Ein kleiner Traum ist in Erfüllung gegangen", jubelte die 23-Jährige aus Eben in Salzburg. Gut, sie ist genetisch vorbelastet als Großcousine von Hermann Maier. Kein Wunder, dass sie schon als Juniorin zwei Mal Weltmeisterin im Super-G wurde. Und kein Wunder, dass ihr diese Disziplin am besten gefällt: "Weil du keine zweite Chance bekommst."
Nur 20 Sekunden. Die bekommt auch Renate Götschl nicht - zumindest im Super-G. Nach nur 22 Sekunden war ihr erster Start bei ihrer letzten WM vorbei. "Ausgefallen bin ich, das habt's eh gesehen", meinte sie zunächst nur. "Dabei bin ich oben gut hineingekommen, dann habe ich aber ein paar Schläge erwischt - und hatte keine Chance mehr. Ich bin nicht mehr in den Kurs gekommen." Wirklich "gut gelaunt bin ich natürlich jetzt nicht", meinte sie noch, ehe sie aus dem Ziel stapfte - und auf die Abfahrt hoffen muss.
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