Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
24. Mai 2013 17:20 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Home » Sport » Ski » Schi WM
Die Streif sucht den Superstar Schlimmer geht's nimmer: Keine ÖSV-Dame im Slalom-Finale Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Schi WM Nächster Artikel Die Streif sucht den Superstar Schlimmer geht's nimmer: Keine ÖSV-Dame im Slalom-Finale
Zuletzt aktualisiert: 01.02.2009 um 07:00 UhrKommentare

Von(n) der Jagd nach Gold

Vor der WM plauderte Lindsey Vonn über ihre Träume, die Ehe, ihre Kühe, den Gesamt-Weltcup und erklärte, warum sie "The Don" heißt.

Lindsey Vonn

Foto © GEPALindsey Vonn

Sie haben 2007/08 den Gesamt- und Abfahrts-Weltcup gewonnen, führen auch heuer in beiden Disziplinen. Sind Ihnen Erfolge im Weltcup wichtiger als Weltmeisterschaften?
Lindsey Vonn: Mein Augenmerk liegt auf beiden. Während der Saison denke ich nur an den Weltcup. Erst nach der Eröffnungsfeier gehört meine Aufmerksamkeit für die nächsten zwei Wochen der WM. Da rede ich dann aber auch nicht ein Wort über den Weltcup.

Viele Experten bezeichnen Sie als die kompletteste und perfektestes Schifahrerin. Trotzdem reichte es bisher nur zu zwei WM-Silbermedaillen. Ärgert Sie das?
Vonn: Ganz ehrlich, Ja. Ich will in Val d'Isere unbedingt einen Titel holen. Am liebsten wäre mir der in der Abfahrt, da Speed einfach meines ist. Ich hab´ schon meinem Erfolg geträumt, sah mich bei der Siegerehrung auf dem obersten Treppchen stehen.

Es soll aber nicht die einzige Medaille bleiben, oder?
Vonn: Für mich ist in allen Disziplinen ein Podestplatz möglich, nein, eher realistisch. Sogar im Riesentorlauf, meiner einzigen Schwachstelle. Aber leider hängt das nicht von mir alleine ab. Wind und Wetter können große Spielverderber sein.

Sie wollen wirklich in allen fünf Disziplinen antreten?
Vonn: In allen sechs, wenn ich gesund bin, bestreite ich auch den Teambewerb für die USA. Die Kraft und Energie dafür holte ich mir mit beinharten Einheiten im Sommer. Täglich feilte ich sechs, sieben Stunden an meiner Fitness. Jetzt bestätigt sie auch, was mein Fitnesstrainer Martin Hager gesagt hat - jede im Sommer investierte Minute bekommst du im Winter zurück.

Seit einigen Wochen ist auch ihr Ehemann Thomas aus den USA zurück, begleitet Sie nun im Weltcup-Zirkus. Nur als Angetrauter oder mit Aufgaben versehen?
Vonn: Thomas muss viel arbeiten. Er ist so etwas wie ein Privatcoach für mich. Die meisten Rennen muss er im Hotel vor dem TV-Gerät ansehen, und mich vor meinem Start mit Informationen versorgen. Da er selbst Rennläufer war, analysieren wir gemeinsam meine Rennen.

Er verwaltet aber auch ihr Geld. Macht er das gut, oder haben Sie bei der Finanzkrise auch viel verloren?
Vonn: Ich kennen niemanden der spekuliert und nichts verloren hat. Natürlich auch wir. Es ist immer ein Risiko dabei. Aber der Verlust hält sich im Rahmen. Er macht seinen Job ganz gut.

Freundinnen sagen, er sei knausrig, halte Sie vom Shoppen ab. Stimmt das?
Vonn (lacht): Wann immer ich mir etwas kaufen will, ein teures Kleidungsstück zum Beispiel, fragt er mich - brauchst du das unbedingt. Das ist eine blöde Frage, natürlich brauche ich nichts unbedingt. Manchmal höre ich dann auch auf ihn, weil er recht hat. Wenn ich aber etwas wirklich will, kann er sagen, was er will.

Ihre beste Freundin ist zugleich eine ihrer größten Konkurrentinnen, Maria Riesch. Funktioniert Freundschaft auch, wenn sie beide um große Siege kämpfen?
Vonn: Nennen Sie mir einen Grund, warum nicht. Mir fällt keiner ein. Maria und ich sind seit fünf Jahren eng befreundet, werden es auch sein, wenn die eine der anderen im letzten Rennen den Gesamt-Weltcup wegschnappt. Es gibt doch wichtigeres auf der Welt als sportliche Erfolge.

Zum Beispiel ihre drei Kühe, die im Tiroler Kirchberg bei ihrem Freund Pauli im Stall stehen. Ist es richtig, das zwei trächtig sind?
Vonn (ganz begeistert): Ja, Sunny und Olympic sind schwanger. Ich freue mich schon sehr auf die Kälber. Und damit eines gleich klar ist - aus ihnen wird nie ein Schnitzel werden.

Viele ihrer Freunde nennen sie fast ehrfurchtsvoll "The Don". Woher kommt dieser Spitzname?
Vonn (lacht): Wir waren einmal mit Bode Miller in Innsbruck bowlen. Da hab´ ich so gut gespielt, dass Bode aus meinem Mädchennamen Kildow plötzlich Kildon machte. Am Ende des Abends sagten alle nur noch 'The Don' zu mir.

Sie leben fast zwei Drittel das Jahres in Österreich. Gibt es ein Gericht, welches Ihnen besonders mundet?
Vonn (euphorisch): Ja, der Kaiserschmarrn. Den könnte ich täglich essen. Täte ich es, würde ich bald über die Pisten rollen, nicht mehr fahren.

Apropos fahren. Wie lange wollen Sie es noch machen?
Vonn: So lange, bis ich mich zu den größten Rennläuferinnen aller Zeiten zählen kann.

INTERVIEW: JOSCHI KOPP

Lindsey Vonn

Geboren am 18. Oktober 1984 in Saint Paul/Minnesota
Wohnorte: Kirchberg (Tirol), Park City
Familienstand: Verheiratet seit 2007 mit Thomas Vonn
Größe/Gewicht: 1,78 m/70 kg
Größte Erfolge: WM-Silber Abfahrt und Super-G (2007, Åre). Sieg im Gesamt- und Abfahrts-Weltcup 2007/08, 16 Weltcupsiege

Foto

Foto © AP

Lindsey Vonn mit Maria RieschFoto © AP

Seitenübersicht

Zum Seitenanfang