Noch dreieinhalb Wochen bis zur WM
Um eine österreichischen Beteiligung an der Schi-WM 2009 ist es zurzeit nicht sehr gut bestellt. Die mit Abstand meistbeschäftigten Mitglieder des österreichischen Teams sind derzeit die Ärzte.

Foto © GEPAMario Schreiber hat gute Chancen bei der Ski WM mit von der Partie zu sein.
Alleine am Donnerstag gab es fast im Stundentakt Nachrichten aus dem immer
größer werdenden ÖSV-Lazarett. Am schlimmsten erwischte es wieder
einmal Hans Grugger, der 27-jährige Salzburger zog sich wenige Tage
vor seinem geplanten Weltcup-Comeback im Training für die
Europacup-Abfahrt in Wengen eine Kreuzband- und Meniskusverletzung
im rechten Knie zu.
Geplatzter WM-Traum. Die genaue Diagnose Gruggers soll am Freitag in der Privatklinik
Hochrum, wo sich die ÖSV-Patienten derzeit die Türklinke in die Hand
geben, von Christian Fink und Christian Hoser erstellt werden. Doch
bereits jetzt steht fest, dass der WM-Traum von Grugger endgültig
geplatzt und das Comeback in weite Ferne gerückt ist. Grugger ist
damit nach Andreas Buder (ebenfalls kein Saisoneinsatz wegen Bruchs
des rechten Schienbeinkopfes) der zweite Top-ÖSV-Abfahrer, für den
die WM in Val d'Isere definitiv kein Thema ist.
Schwere Verletzung. Grugger hatte nach zwei Kreuzbandrissen, einem Meniskusriss und
einer Knorpelverletzung zuletzt an einer bakteriellen Entzündung im
linken Knie laboriert und dadurch kaum ein Schneetraining absolvieren
können. In Saalbach-Hinterglemm hatte er sich vergangene Woche auf
seine Rückkehr vorbereitet, die Europacup-Abfahrt in Wengen wollte er
als Generalprobe für seinen Weltcup-Einsatz (ebenfalls in Wengen)
nützen.
WM-Aus für Schönfelder. Grugger und Buder sind aber nicht die einzigen auf der
WM-Ausfallliste der ÖSV-Herren. Denn Rainer Schönfelder hat am
Donnerstag endgültig entschieden, einen Schlussstrich unter den für
ihn so schmerzhaften WM-Winter zu ziehen. Schönfelder hatte sich Ende
Oktober bei einem Sturz beim Einfahren für den
Saison-Auftakt-Riesentorlauf in Sölden eine Schienbeinverletzung
zugezogen, diese macht dem Kärntner seitdem schwer zu schaffen.
Weitere Ausfälle. Vergleichsweise harmlos waren da die Nachrichten, die ebenfalls am
Donnerstag bezüglich Mario Matt, Marcel Hirscher und Hannes Reichelt
auftauchten. Das Trio ist nämlich für das anstehende Rennwochenende
in Adelboden fraglich. Matt leidet an einem Infekt im
Nasen-Nebenhöhlenbereich, Hirscher kämpft gegen eine Darminfektion an
und Reichelt plagt ein Außenohr-Infekt. Laut ÖSV-Herrencheftrainer
Toni Giger fällt am Freitag die Entscheidung, ob die drei Athleten
bei den Rennen im Berner Oberland an den Start gehen können.
Scheiber hat gute WM-Chancen. Für den einzigen Lichtblick im Herren-Lager an diesem "schwarzen
Donnerstag" sorgte Mario Scheiber, der einmal mehr am Knie verletzte
Tiroler darf nach einer Untersuchung in Hochrum mit Beginn der
kommenden Woche mit dem freien Schifahren beginnen. Damit lebt für
Scheiber die Hoffnung auf ein Comeback Ende Jänner in Kitzbühel sowie
die kleine Chance auf eine Teilnahme an der WM im Februar in Val
d'Isere.
Hosp voller Ehrgeiz. Auch Nicole Hosp gab am Donnerstag bekannt, dass sie die
Titelkämpfe in Frankreich noch nicht abgeschrieben hat. Die im linken
Knie lädierte Tirolerin sieht eine 50:50-Chance, doch noch an der WM
teilnehmen zu können.





