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Zuletzt aktualisiert: 07.01.2013 um 14:54 UhrKommentare

Schlierenzauer fühlt sich wieder wie mit 16

Er hat die Verbissenheit abgelegt und die Leichtigkeit wieder gefunden: Gregor Schlierenzauer. Nach seinem Triumph bei der Vierschanzen-Tournee hat der ÖSV-Überflieger die Egalisierung des Rekords an Weltcupsiegen im Visier.

Cool wie mit 16: Gregor Schlierenzauer

Foto © APACool wie mit 16: Gregor Schlierenzauer

Gregor Schlierenzauer hatte leicht lachen. Wenige Stunden nach seinem zweiten Gesamtsieg bei der Vierschanzen-Tournee wirkte der Tiroler sehr entspannt, von den Strapazen der zehntägigen Serie war nichts zu merken. Dabei war der Titelverteidiger im Finale nochmals voll gefordert worden, denn der Norweger Anders Jacobsen hatte bis zum letzten Sprung dagegengehalten. "Natürlich war es kein Nachteil, die Tournee zuvor schon gewonnen zu haben, das hat relaxt, ich habe mehr Routine gehabt", betonte Schlierenzauer.

Er habe im Verlauf schwierige Situationen meistern müssen, sagte der Stubaier, der am Montag 23 Jahre alt wurde. "Am schwierigsten war es in Garmisch, als Jacobsen so richtig geflogen ist und ich den Sieg verloren habe. Da musste ich realisieren, dass er so stark ist. Aber ich hatte in Innsbruck einen sehr guten Tag und habe den Turnaround geschafft."

So groß der Druck in der Entscheidung in Innsbruck und Bischofshofen auch gewesen sei, er habe es genießen können, stellte Schlierenzauer fest. "Das ist das Größte, was man erreichen kann, wenn man im Jetzt steht und alles aufsaugen kann. Das ist mir bei dieser Tournee gelungen. Ich habe mich durch tolle Momente immer wieder motivieren können."

Verbissenheit abgelegt

Sein Trainer Markus Maurberger hatte gemeint, das Ziel müsse sein, dass Schlierenzauer wieder mit der Leichtigkeit des 16-Jährigen springe. "Ich bin mit 16 mit jugendlichem Leichtsinn in den Weltcup gekommen und habe gleich gewonnen, da denkt man sich nicht viel." Nun sei er auf einem guten Weg, wieder mit Leichtigkeit und Freude die Bewerbe zu bestreiten, sagte der Weltmeister. Die Verbissenheit früherer Jahre hat der Weltcup-Seriensieger abgelegt.

In Bischofshofen kam er mit dem 45. Erfolg dem Finnen Matti Nykänen, dem Führenden der "ewigen" Bestenliste, bis auf einen Sieg nahe. Fünfmal hat Schlierenzauer im WM-Winter nun schon gewonnen, am Mittwochabend (20.30) könnte in Wisla der nächste Streich folgen. "Jetzt denke ich einmal an 46, aber mein Ziel sind 47. Es ist eines der großen Ziele, die Nummer 1 zu sein, dafür arbeite ich hart", betonte Schlierenzauer.

Für Norwegens Coach Alexander Stöckl ist es nur eine Frage der Zeit, bis sein früherer Stams-Schützling in dieser Wertung an der Spitze steht. "Es wird vor allem interessant, wie schwer er es dem nächsten macht, den Rekord zu übertreffen", sagte der Tiroler. Stöckl war mit der Leistung seines Teams, das diesmal sogar die Österreicher in den Schatten stellte, sehr zufrieden. "In der Gesamtwertung drei unter den ersten fünf, mehr kann man nicht erwarten", erklärte der 39-Jährige.

Bei Jacobsen habe sich der große Druck in Innsbruck bemerkbar gemacht. "Nach einem Jahr Pause ist das eine andere Belastung. Er hatte einen Tag Zeit zum Nachdenken und war dann nicht mehr ganz so locker." Aber das sei egal, die Leistungen nach dem Comeback könne man nicht hoch genug einschätzen.

So war denn auch der 27-Jährige über den zweiten Gesamtrang keineswegs enttäuscht. "Ich bin stolz auf meine Leistung. Zwei Siege, das war perfekt", meinte Jacobsen. "Ich hatte sieben gute Sprünge und einen schlechten, ich bin zufrieden. Der Beste hat gewonnen."


Infografik

Grafik © APA

Grafik vergrößern"Schlieris" SiegerbilanzGrafik © APA

61. Vierschanzen-Tournee

 

Skispringen: Termine 2012/13

 

Tournee Wertung

 


Das ÖSV-Tournee-Team

Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Martin Koch, Michael Hayböck, Manuel Fettner und Wolfgang Loitzl


Titelverteidiger: Gregor Schlierenzauer

 

Schispringen: Die besten Fotos

Saisonfinale in Planica 

Saisonfinale in Planica

 

Tournee-Programm 2012/13

OBERSTDORF

Schattenberg-Schanze (Hillsize 137 m/Flutlicht):
Samstag, 29.12.: Training (14.00 Uhr) und Qualifikation (16.00 Uhr)
Sonntag, 30.12.: Weltcup-Bewerb (16.00 Uhr)

GARMISCH-PARTENKIRCHEN

Große Olympiaschanze (HS 140):
Montag, 31.12.: Training (11.45 Uhr) und Qualifikation (14.00)
Dienstag, 1.1.: Weltcup-Bewerb (14.00 Uhr)

Mittwoch, 2.1.: Ruhetag

INNSBRUCK

Bergisel-Stadion Olympiaschanze (HS 130):
Donnerstag, 3.1.: Training (11.30 Uhr) und Qualifikation (13.45 Uhr)
Freitag, 4.1.: Weltcup-Bewerb (13.45 Uhr)

BISCHOFSHOFEN

Paul-Außerleitner-Schanze (HS 140/Flutlicht):
Samstag, 5.1.: Training (14.15 Uhr) und Qualifikation (16.15 Uhr)
Sonntag, 6.1.: Weltcup-Bewerb (16.30 Uhr)

 

Offizielle Website

http://vierschanzentournee.com/


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