Der Kuchen ist noch nicht gegessen
Nach dem Triumph auf dem Bergisel ist für Gregor Schlierenzauer die Tournee-Titelverteidigung zum Greifen nahe. Aber auch bei zehn Punkten Vorsprung auf Anders Jacobsen ist der Sieg noch lange nicht fix.

Foto © GEPAGregor Schlierenzauer
Herzliche Gratulation zu diesem Triumph. Welcher war der schönste Moment auf Ihrer Heim-Schanze?
Gregor Schlierenzauer: Da gab es mehrere. Als Letzter oben auf dem Zitterbalken zu sitzen und unten 22.000 jubelnde Fans zu hören, war extrem geil. Aber auch der Moment nach dem Sieg und die Siegerehrung waren gewaltig. Alles in allem ein enormer Adrenalinkick. Für Momente wie diese arbeitet man ein ganzes Sportler-Leben.
Hatten Sie vor Ihrem zweiten Sprung kurz Zweifel am Sieg? Die Bedingungen wurden ja immer schwieriger ...
Schlierenzauer: Ja, der Regen wurde immer stärker und es stellte sich plötzlich die Frage, ob sich die Bedingungen im Anlauf schon etwas geändert haben. Aber ich war trotz des Drucks sehr relaxt, bin bei mir geblieben, hatte erstmals bei dieser Tournee Glück mit den Bedingungen und habe es durchgezogen.
Wie haben Sie es eigentlich geschafft, bei all dem Rummel um Ihre Person den Fokus auf das Wesentliche nicht zu verlieren?
Schlierenzauer: Ich bin nun doch schon einige Jahre mit solchen Situationen konfrontiert und weiß, wie ich mental abschalten kann. Die zwei Tage, die ich nun zu Hause schlafen konnte, haben mir dabei natürlich sehr geholfen. Als es drauf ankam, war ich immer im Jetzt.
Ihr Stützpunkt-Trainer Markus Maurberger hat gemeint, Sie hätten an Ihrem Material etwas verändert?
Schlierenzauer: Ja, aber ich werde nicht verraten, was. Aber die Stunden im stillen Kämmerchen haben sich ausgezahlt.
10,7 Punkte Vorsprung sind wohl schön, aber noch kein Grund, sich zurücklehnen zu können, oder?
Schlierenzauer: Keinesfalls, der Kuchen ist noch nicht gegessen! Aber ich habe bis jetzt auf alle Fälle alles richtig gemacht und freue mich schon auf den Mega-Showdown am Sonntag in Bischofshofen.











