Wieder hatte Schlierenzauer das Nachsehen
Das neue Jahr beginnt so wie das alte aufgehört hat: Anders Jacobsen holt sich in Garmisch den Sieg, Zweiter im zweiten Tournee-Springen wird Gregor Schlierenzauer - mit lediglich 0,9 Punkten Rückstand. Nun wurden Gerüchte um eine "Wunderwaffe" im Lager der Norweger laut.

Foto © APADer Tournee-Zweikampf geht weiter: Jäger Gregor Schlierenzauer (links) und Anders Jacobsen
Es war angerichtet für Gregor Schlierenzauer - so gut wie. Nachdem Oberstdorf-Sieger Anders Jacobsen seinen ersten Satz beim Neujahrsspringen in Garmisch vergeigt hatte und sich zur Halbzeit weit hinter dem führenden Tiroler nur auf Platz neun wiederfand, schien der Weg für Gregor Schlierenzauer zu einem Tournee-Solo geebnet. Doch der Norweger erwies sich als Stehaufmännchen, katapultierte sich mit einem tollen 143-Meter-Satz noch auf den ersten Platz nach vor und verdrängte Schlierenzauer in dessen "Wohnzimmer" (drei Tagessiege in den letzten sechs Jahren) noch um läppische 0,9 Punkte auf den zweiten Rang.
Damit kam es in der Weißwurst-Metropole also ein zweites Mal anders - Topfavorit und Titelverteidiger Schlierenzauer musste erneut Jacobsen den Vortritt lassen. Der Norweger hat nun in der Tournee-Gesamtwertung 12,5 Punkte (umgerechnet rund sieben Meter) Vorsprung und sogar die Chance auf den Grand Slam, den Sieg bei allen vier Stationen.
Schuh-Protese als Hilfe?
"Als Zweiter ist man immer der este Verlierer", machte Schlierenzauer nach dem Bewerb keinen Hehl aus einer gewissen Enttäuschung, "aber das ist natürlich Jammern auf höchstem Niveau. Ich hatte nicht die leichtesten Bedingungen und bin daher mit meinen Sprüngen sehr zufrieden." Nun freut sich der Stubaier, eine Nacht zu Hause schlafen zu können, dann bläst er beim Heimspringen am Bergisel zum Angriff. "Ich werde versuchen, in Innsbruck und Bischofshofen Topleistungen zu zeigen. Abgerechnet wird dann am Schluss."
Abseits der Schanze wurde in Garmisch das Gerücht laut, dass die Norweger mit einer neuen Wunderwaffe ausgestattet seien. "Ich habe gehört, dass es sich dabei um eine Art Schienbeinschoner handeln soll. Zwar ist das Ganze laut FIS regelkonform, doch werden wir ein Auge darauf werfen", erklärte ÖSV-Cheftrainer Alex Pointner. Ins selbe Horn bläst auch sein Schützling Schlierenzauer: "Es ist auf alle Fälle auffallend, dass sich plötzlich die Leistung im gesamten norwegischen Team entscheidend gesteigert hat."
Laut Norwegens Trainer Alex Stöckl springen nur Jacobsen und Tom Hilde mit dieser Art Prothese. "Wir haben damit im Sommer trainiert und es in Engelberg erstmals im Weltcup verwendet. Es dient dazu, die Steifigkeit im Schuh zu erhöhen. Aber es ist definitiv alles im Rahmen des erlaubten, denn die FIS schreibt den Schuh als innovationsfreie Zone aus."
Features
Garmisch-Springen, Endstand
- A. Jacobsen (NOR) 277,7 Pkte.
- G. Schlierenzauer (AUT) 276,8
- A. Bardal (NOR) 267,2
- T. Hilde (NOR) 266,4
- M. Kot (POL) 265,7
ÖSV-Team
Fotoserie
Tournee-Wertung nach 2 Springen
- A. Jacobsen (NOR) 586,3 Pkte.
- G. Schlierenzauer (AUT) 573,8
- T. Hilde (NOR) 547,7











