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    Zuletzt aktualisiert: 23.12.2012 um 12:52 UhrKommentare

    Freund fährt als Mitfavorit zur Tournee

    Erstmals seit dem Grand-Slam von Sven Hannawald vor elf Jahren darf sich ein deutscher Skispringer wieder Hoffnungen auf den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee machen.

    Foto © APA

    Severin Freund gilt als Mitfavorit. Unter Druck setzt sich der 24-Jährige jedoch nicht.

    Im Kreise seiner Lieben möchte Freund an den Weihnachtsfeiertagen die Ruhe vor dem Sturm genießen. An den Kampf um die Skisprung-Krone bei der Tournee will der DSV-Star keinen Gedanken verschwenden. "Ich werde bei meiner Familie daheim sein und, wie wahrscheinlich 90 Prozent der Menschen in Deutschland, ein schönes Weihnachtsessen haben. Und dann gibt es Geschenke. An Skispringen will ich zu den Feiertagen nicht denken, das kommt erst wieder danach", verriet Freund seinen Weihnachtsplan.

    Nach zwei Saisonsiegen fährt der Weltcup-Gesamtzweite als Mitfavorit nach Oberstdorf, wo am kommenden Samstag vor wohl vollem Haus das Auftaktspringen der 61. Tournee-Auflage steigt. Die Euphorie der deutschen Fans ist nach vielen Jahren der sportlichen Dürre riesengroß, der Rucksack für Freund entsprechend schwer. "Es ist natürlich eine große Ehre, wenn man als Tournee-Mitfavorit genannt wird. Ich persönlich tue mich aber schwer mit der Formulierung Favorit, weil sich das auf einen Springer zuspitzen würde. Es gibt einen Kreis von Anwärtern", erklärte Freund.

    Heiße Anwärter

    DSV-Trainer Werner Schuster sieht das ähnlich. "Die dominierenden Springer der Saison sind Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer und Severin Freund", nannte der 43-jährige Vorarlberger die drei heißesten Anwärter auf den Gesamtsieg, zu denen er auch den Norweger Anders Bardal oder den Polen Kamil Stoch zählt. Während die beiden ÖSV-Adler Kofler (2010) und Schlierenzauer (Titelverteidiger) die Tournee bereits gewonnen haben, muss Freund erst lernen, mit der neuen Rolle umzugehen.

    Er tut das in seiner gewohnt zurückhaltenden Art, ohne dabei tiefzustapeln. Das würde ihm angesichts seiner Leistungen in diesem Winter ohnehin keiner abnehmen. "Im Moment bin ich in der glücklichen Lage, dass ich in einer guten Form und vorne dabei bin. Deswegen freue ich mich auf die Tournee. Es wäre schön, dort erst einmal einen Podestplatz zu machen", formulierte der Bayer sein Ziel und wurde dann konkreter: "In Willingen ist mir schon mal ein Heimsieg geglückt, das war ein großartiges Gefühl. So etwas wäre bei der Tournee mindestens genauso schön."

    Freund hat mittlerweile verinnerlicht, dass er zu den besten Skispringern der Welt gehört. Entsprechend selbstbewusst geht er die Tournee an: "Natürlich ist es mein Ziel, weiter nach vorne zu kommen - gerade nachdem ich im vergangenen Winter unter den Top Ten war, obwohl zwei Wettkämpfe komplett an mir vorbeigelaufen sind."

    Angesichts des zu erwartenden Hype um seine Person bemüht sich Freund, so locker wie möglich an die Aufgabe heranzugehen. "Es geht nicht die Welt unter, wenn ich am Ende nicht ganz vorne dabei bin", sagte das DSV-Aushängeschild.

    Spekulationen sind Freund ohnehin fremd - und schon gar nicht möchte er sie im engsten Familienkreis anstellen. "Wahrscheinlich werden meine Eltern kurz etwas wissen wollen. Aber mittlerweile kennen sie das schon, dass ich damit gerne in Ruhe gelassen werden will", berichtete er. Deshalb hat Freund das Thema Skispringen unter dem Weihnachtsbaum zum Tabu erklärt: "Es ist sehr wichtig im Hinblick auf die Tournee, die lang und kräftezehrend ist, so weit entspannen zu können, dass man frisch und ausgeruht anreisen kann."


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