Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
20. Mai 2013 06:30 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Erst die 46, dann die 47 und dann Olympia-Gold FIS-Kontrollor gibt zu: "Messverfahren subjektiv" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Vierschanzen-Tournee Nächster Artikel Erst die 46, dann die 47 und dann Olympia-Gold FIS-Kontrollor gibt zu: "Messverfahren subjektiv"
Zuletzt aktualisiert: 30.12.2011 um 20:41 UhrKommentare

Dreifachsieg beim Chaos-Springen

Ende gut, alles gut! Gregor Schlierenzauer siegte in Oberstdorf vor Andreas Kofler und Thomas Morgenstern.

So geht's! Gregor Schlierenzauer (Mitte) hat bereits 18,1 Punkte Vorsprung

Foto © APASo geht's! Gregor Schlierenzauer (Mitte) hat bereits 18,1 Punkte Vorsprung

Exakt um 16.33 Uhr war sie eröffnet, die 60. Vierschanzen-Tournee. Der Tscheche Roman Koudelka raste vor 20.500 Fans bei heftigem Schneetreiben den Anlauf der Oberstdorfer Schattenberg-Schanze hinunter und setzte nach einem 126-m-Satz wieder auf. Da schien die Springer-Welt noch in Ordnung.

Exakt um 17.40 Uhr folgte dann auf eine über einstündige Schisprung-Farce der längst fällige Abbruch des ersten Durchgangs. Starker Schneefall sowie wechselnder Wind, der aus allen Himmelsrichtungen blies, wirbelten die Konkurrenz wild durcheinander und holten unter anderen auch Tournee-Favoriten Gregor Schlierenzauer nach einem 103,5-Meter-Absturz vom Himmel.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten FIS-Rennleiter Walter Hofer und die Jury noch auf die vor zwei Jahren eingeführte Windregel gesetzt und versuchten, den Durchgang auf Biegen und Brechen durchzubringen. "Nach dem alten System hätte so ein Springen nie stattgefunden. Jetzt geht das allerdings auf Kosten der Athleten", ärgerte sich auch Cheftrainer Alexander Pointner.

Fahler Beigeschmack

Dass der Abbruch erst erfolgte, nachdem sich Deutschlands heißestes Tournee-Eisen, Richard Freitag, mit einem völlig verhauten Sprung nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert hätte, hatte einen fahlen Beigeschmack und spiegelte auch das kommerzielle Kräfteverhältnis im Springer-Zirkus wieder.

Schwerer Sturz von Hilde

Bei anhaltend schwierigen Bedingungen blieb im Finale auch ein Sturz nicht aus. Der Norweger Tom Hilde schlug direkt nach der Landung hart auf und musste von Rettungskräften erstversorgt und abtransportiert werden.

Exakt um 18.15 Uhr ging's dann erneut los - bei etwas weniger Wind, bei etwas weniger Schneefall, bei etwas faireren Verhältnissen. Und mit einem letztendlich tollen Ende für Österreich. Denn mit dem Triumph von Gregor Schlierenzauer (der 37. seiner Karriere) vor Andi Kofler und Thomas Morgenstern landeten die ÖSV-Adler den zehnten von 13 möglichen Siegen in den letzten drei Tournee-Jahren sowie den ersten Dreifachsieg seit 1975. Vor allem Schlierenzauer hatte nach seinem verpatzten Start gut lachen. "Die Gerechtigkeit hat gesiegt. Ich muss die FIS diesmal loben, hat sie doch endlich auf die Athleten geschaut", sprach der 21-Jährige, der nun 18,1 Punkte bzw. zehn Meter Vorsprung auf seinen Tiroler Landsmann Kofler (nach 1. Durchgang in Front) hat.

Und Pointner: "Es hat schon fairere Wettkämpfe gegeben. Aber das Ergebnis ist für uns natürlich ein Traum."

Reaktionen der Sieger

Gregor Schlierenzauer sprach nach dem turbulenten Tag mit doch noch gutem Ausgang. "Das war ein unglaublicher Tag für mich, es waren schwierige Bedingungungen, der Wettkampf hat extrem lange gedauert. Die Jury hat das einzige Richtige gemacht und hat uns noch eine zweite Chance gegeben. Das Happy End für mich ist unglaublich", betonte der Tiroler.

Kofler zeigte sich zufrieden mit dem Auftakt. "Für uns hat die Tournee sehr, sehr gut begonnen. Ich persönlich bin zufrieden, habe eine gute Leistung gezeigt und bin gut in die Tournee gestartet", meinte der vierfache Saisonsieger. Titelverteidiger Thomas Morgenstern war über Platz drei nicht enttäuscht. "Ich bin sehr zufrieden mit Platz drei. Grundsätzlich habe ich Selbstvertrauen und Sicherheit tanken können", sagte der Kärntner.

Pointner: "Coole Geschichte"

ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner zeigte sich natürlich hoch erfreut über den Triple-Sieg, war aber auch dankbar, dass der Bewerb ohne Verletzungen seiner Springer abgelaufen ist. "1,2,3 - das ist eine coole Geschichte. Ich bin natürlich sehr glücklich. Unser Trio hat ein hohes Level und hat sich von nichts ablenken lassen. Gott sei Dank hat die Jury Courage gezeigt und den Durchgang neu gestartet. Das war definitiv notwendig", betonte Pointner.

Kofler habe bei seinem Faststurz einen Schutzengel gehabt, betonte Pointner. Trotz des Dreifach-Triumphes werde man jetzt aber nicht übermütig, bekräftigte der ÖSV-Coach. "Natürlich kann sich die Mannschaft den Tourneesieg erhoffen, aber erwarten kann man es nicht. Wir wollen das Ding gewinnen, wir sind aber nicht präpotent, werden aber auch nicht tiefstapeln", so Pointner weiter.

ALEXANDER TAGGER, OBERSTDORF und APA

Ergebnisse: Top 10

  • 1. Gregor Schlierenzauer (AUT)
  • 2. Andreas Kofler (AUT)
  • 3. Thomas Morgenstern (AUT)
  • 4. Severin Freund (GER)
  • 5. Daiki Ito (JPN)
  • 6. Anders Bardal (NOR)
  • 7. Roman Koudelka (CZE)
  • 8. Stephan Hocke (GER)
  • 9. Robert Kranjec (SLO)
  • 10. Richard Freitag (GER)

Foto

Foto © Reuters

Bild vergrößernSchwerer Sturz von Tom Hilde (NOR)Foto © Reuters

Schlierenzauer mit 6. Tournee-Sieg Österreichs Topmann

Gregor Schlierenzauer hat sich mit seinem Triumph in Oberstdorf mit nunmehr 6 Tages-Erfolgen bei der Vierschanzen-Tournee vor Andreas Goldberger an die Spitze der österreichischen Siegerliste gesetzt. Im von Björn Wirkola (NOR) und Jens Weißflog (DDR/GER) mit 10 Siegen angeführten internationalen Ranking nimmt der 21-Jährige bereits Rang vier ein.

61. Vierschanzen-Tournee

 

Skispringen: Termine 2012/13

 

Tournee Wertung

 


Das ÖSV-Tournee-Team

Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Martin Koch, Michael Hayböck, Manuel Fettner und Wolfgang Loitzl


Titelverteidiger: Gregor Schlierenzauer

 

Schispringen: Die besten Fotos

Saisonfinale in Planica 

Saisonfinale in Planica

 

Tournee-Programm 2012/13

OBERSTDORF

Schattenberg-Schanze (Hillsize 137 m/Flutlicht):
Samstag, 29.12.: Training (14.00 Uhr) und Qualifikation (16.00 Uhr)
Sonntag, 30.12.: Weltcup-Bewerb (16.00 Uhr)

GARMISCH-PARTENKIRCHEN

Große Olympiaschanze (HS 140):
Montag, 31.12.: Training (11.45 Uhr) und Qualifikation (14.00)
Dienstag, 1.1.: Weltcup-Bewerb (14.00 Uhr)

Mittwoch, 2.1.: Ruhetag

INNSBRUCK

Bergisel-Stadion Olympiaschanze (HS 130):
Donnerstag, 3.1.: Training (11.30 Uhr) und Qualifikation (13.45 Uhr)
Freitag, 4.1.: Weltcup-Bewerb (13.45 Uhr)

BISCHOFSHOFEN

Paul-Außerleitner-Schanze (HS 140/Flutlicht):
Samstag, 5.1.: Training (14.15 Uhr) und Qualifikation (16.15 Uhr)
Sonntag, 6.1.: Weltcup-Bewerb (16.30 Uhr)

 

Offizielle Website

http://vierschanzentournee.com/


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang