Der blonde Engel im ÖSV-Team
Physiotherapeutin Silvia Stöttinger ist der neue Sonnenschein und die erste Frau im rot-weiß-roten "Adlerhorst". Ihre helfenden Hände waren schon des Öfteren gefragt.

Foto © GEPASilvia Stöttinger
Es ist stets ein nett zu beobachtendes Prozedere. Nachdem sich ein ÖSV-Adler vom Balken abgestoßen hat, zum Schanzentisch hinbolzt und sich Richtung Himmel verabschiedet, ahmt der von den TV-Kameras eingefangene Cheftrainer Alex Pointner auf dem Trainerturm die Phase des Absprungs mit einer ruckartigen Bewegung nach. Hat sein Schützling einen Flug der Kategorie "gelungen" in den Auslauf gesetzt, folgt bei Pointner das Abklatschen - und zwar mit ihr!
Mit ihr? Die Rede ist von Silvia Stöttinger. Also jene fesche Blondine, die mit einer Videokamera ausgerüstet seit Beginn der heurigen Saison neben ihrem Chef auf dem "Feldherrenhügel" mitfiebert - stets bereit für das mit einem strahlenden Lächeln begleitete "Give me five"-Ritual.
Als Nachfolgerin von Herbert Leitner ist die Linzerin, die über ihren Arbeitgeber, ÖSV-Doc Stefan Hainzl, zu diesem Job kam, im rot-weiß-roten Erfolgsteam seit dem Weltcup-Auftakt in Kuusamo als Physiotherapeutin im Einsatz. Und ihre helfenden bzw. knetenden Hände waren im "Adlerhorst" schon oft gefragt - ob jetzt im Extremfall nach David Zauners Sturz in Finnland, oder einfach "nur" als Prophylaxe. "Dafür bin ich hier im Normalfall zuständig", lächelt die ehemalige rhythmische Sportgymnastin. Normalfall heißt, dass die 28-Jährige bei Koordinationsübungen bis hin zum Behandeln kleinerer Wehwehchen auf den Plan tritt.
Oft wird bis tief in die Nacht gearbeitet", erzählt Stöttinger, die als einzige Frau die Männerdomäne im ÖSV-"Adlerhorst" durchbrochen hat. Trotzdem: Ein Traumjob sei es allemal. Aber nicht, weil man auf Du und Du mit sportlichen Aushängeschildern einer Nation steht, sondern, "weil man so eine Chance einfach nutzen muss. Und pflegeleicht sind die Burschen sowieso."











