"Schlieri", der stille Genießer
Gregor Schlierenzauer geht ohne große Erwartungen in das Springen am Bergisel. Der Tiroler gab am Sonntag bei der Qualifkation in Innsbruck nach längerer Pause sein Comeback.

Foto © GEPAGregor Schlierenzauer
Ich denke gar nicht mehr daran, was in Garmisch passiert ist. Mein Blick ist nach vorne gerichtet - und ich habe noch einiges vor." Tournee-Titelverteidiger Andreas Kofler, der bei der Farce beim Neujahrsspringen im Gesamtklassement auf den 29. Platz nach hinten "geweht" wurde, bringt es auf den Punkt: Das Passierte ist abgehakt, die ganze Konzentration gilt dem Bergisel-Springen in Innsbruck am Montag, der dritten Konkurrenz beim 59. Vierschanzen-Spektakel.
Aus rot-weiß-roter Sicht steht neben dem Gesamtführenden Thomas Morgenstern vor allem ein Mann im Fokus: Gregor Schlierenzauer. Der Tiroler, der sich am 13. Dezember bei einem Trainingssturz in Seefeld einen Seitenband-Einriss im rechten Knie zugezogen hatte, stieg bei der Qualifikation am Bergisel in die Tournee ein. Fazit: Ein 122-m-Satz, 23. Platz (damit geht's im K.-o.-Duell gegen den Deutschen Stephan Hocke) und ein zufriedenes Lächeln im Gesicht des Comeback-Springers.
Das Knie hält
Ja, er sei froh, wieder zurück zu sein. Die Ärzte und Physiotherapeuten hätten in den letzten drei Wochen Gewaltiges geleistet. "Ich fühle mich fit, mein Knie hält auch für weite Sprünge. Auch, wenn es ab und zu noch ein wenig zwickt", erklärte der 20-Jährige im Auslauf jener Schanze, auf der er im Vorjahr als erst zweiter Tiroler der Geschichte triumphieren konnte.
Die ganz großen Erwartungen dürfe man am Montag natürlich nicht in den Fulpmer setzen, "denn noch fehlen mir sowohl ein wenig die Lockerheit als auch die Selbstverständlichkeit. Da der Druck bei der Tournee für mich nicht mehr so groß ist, sehe ich mich momentan sozusagen wie ein stiller Genießer." Trotzdem, nur um dabei zu sein, wird sich Schlierenzauer nicht vom Balken stoßen. "Es wäre schön, wenn ich mein bislang bestes Saisonergebnis einstellen könnte." Das scheint nicht unmöglich, kam der Überflieger bei seinen bisherigen vier Auftritten nie über einen 14. Platz hinaus.
Den Gesamtweltcup hat der Tiroler längst abgeschrieben, "mein großes Ziel ist Ende Februar die WM in Oslo." Ob er bis dorthin bei allen Weltcup-Bewerben springen wird, lässt Schlierenzauer noch offen.












