Kofler jubelte beim Herzschlagfinale
Andreas Kofler krönte sich zum König der 58. Vierschanzen-Tournee, Thomas Morgenstern siegte im Krimi von Bischofshofen.

Foto © ReutersNun gehört auch Andreas Kofler zu den ganz Großen im Schisprung-Zirkus
"Gewoitig", war am Mittwoch auf einem der Spruchbänder im Auslauf des Paul-Außerleitner-Bakkens zu lesen. Und das Tournee-Finale in Bischofshofen servierte tatsächlich Gewaltiges. Im ohrenbetäubenden Jubel der 25.000 Fans ließen sich am Ende eines packenden Showdowns Andreas Kofler als Gesamt-Triumphator und Thomas Morgenstern als Tagessieger feiern. Dem Tiroler Kofler gelang damit selbiges wie Wolfgang Loitzl im Vorjahr: Da waren ja ebenfalls Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann die großen Favoriten und der Steirer ging als lachender Dritter hervor.
Wer jedoch glaubte, dass die ÖSV-Adler die Dreifach-Führung locker nach Hause springen würden, der wurde am Mittwoch eines Besseren belehrt. Denn nach dem ersten Durchgang stand quasi alles auf dem Kopf. Das Schweizer Schlitzohr, das in der Qualifikation am Vortag absichtlich kürzer gesprungen war, um im Finale bei möglicherweise besseren Bedingungen (das war dann auch der Fall) weit vor den anderen Favoriten springen zu können, knallte einen 136-m-Satz in den Auslauf. Daran zerbrach die restliche Konkurrenz - nur Janne Ahonen kam mit 134 m halbwegs an den Eidgenossen heran. Wolfgang Loitzl (130,5 m) und der überraschend früh aufsetzende Gregor Schlierenzauer (128,5 m) hatten ihren Vorsprung auf die Verfolger bereits verspielt, Kofler (129 m) rettete 12,8 Punkte Vorsprung auf Ahonen in den finalen Durchgang.
Zitterpartie
Und damit war der Krimi perfekt: Als Erster war Schlierenzauer an der Reihe: 134 m. Dann Kofler: Seine 133,5 m reichten, um seinen Stubaitaler Freund im Gesamtklassement auf Distanz zu halten. Doch hatte er die Arme zu früh in die Höhe gerissen? Gott sei Dank nicht. Der bereits aus dem Rennen gewesene Loitzl landete bei 135 m und wurde damit noch Gesamtdritter. Thomas Morgenstern setzte bei 136 m auf und sicherte sich noch vor Ahonen und Ammann, die beide bei ihrem finalen Sprung nichts mehr zusetzen konnten, den Tagessieg. Und in der Gesamtwertung hatte Kofler vor Ahonen und Loitzl die Nase vorne, Schlierenzauer wurde "nur" Vierter.
Traumhafte Bilanz
Und so schrieb die Tournee an ihrem Schlusstag noch ein kleines Märchen. Denn ausgerechnet Kofler und Morgenstern, die in den letzten zwei Jahren nicht vom Glück verfolgt waren, wurden am Ende zu den großen Helden. So fixierte "Morgi" nicht nur den vierten ÖSV-Einzelsieg im vierten Tourneespringen sowie den 50. Tournee-Tagessieg in Rot-Weiß-Rot, sondern nach Liberec 2008 auch seinen längst fälligen 13. Weltcup-Erfolg. Kofler bescherte Österreich hingegen als erst achter heimischer Adler den insgesamt elften Tournee-Gesamtsieg und fuhr zur Belohnung mit einem Auto im Wert von 35.000 Euro nach Hause.
Features
Andreas Kofler
- Geboren: 17.5.1984 in Neurum (Tirol)
- Wohnort: Thaur
- Größe/Gewicht: 1,80 m/63 kg
- Familienstand: ledig
- Verein: SV Natters-Bergisel
- Hobbys: Snowboard, Fußball, Surfen, Klettern
Koflers größte Erfolge
- Olympia: Team-Gold 2006 Turin Großschanze
- WM: Team-Gold 2007 Sapporo Großschanze
- Schiflug-WM: Team-Gold 2008 Oberstdorf
- Weltcup: 2 Einzel-Siege (Willingen 2005/06 und Oberstdorf 2009/10)
Fotoserie
Tournee-Schlussklassement
1. Kofler 1.027,2 Pkt.
2. Ahonen
1.013,9
3. Loitzl 1.011,6
4. Schlierenzauer 1.011,1
5. Ammann
1.008,3
Endstand in B'hofen
1. T. Morgenstern (AUT) 264,7 Pkt.
2. Janne Ahonen (FIN) 264,0
3. Simon Ammann (SUI) 261,5
4. Wolfgang Loitzl (AUT) 260,9
5. Andreas Kofler (AUT) 255,0
Weiter:
6. G. Schlierenzauer (AUT) 253,5
7. Dmitrij Wassilijew (RUS) 250,2
8. Martin Koch (AUT) 245,1
15. Mario Innauer (AUT) 224,8
22. Stefan Thurnbichler (AUT) 215,6
28. Lukas Müller (AUT) 208,7

Grafik vergrößernDie erfolgreichsten NationenGrafik © APA











