Die ÖSV-Adler auf der Suche nach der Konkurrenz
Österreich stellt im Gesamtweltcup gleich vier Springer in den Top sechs. Bis auf Simon Ammann schwächelt die Gegnerschaft. Was ist los mit den einstigen Königen der Lüfte?

Foto © GEPADie fantastischen Vier
Nur kurz zur Erinnerung - und natürlich auch, weil es sich so schön liest: Der Sieger der 57. Vierschanzen-Tournee hieß Wolfgang Loitzl. So weit, so gut. Nun steht das 58. Schanzen-Spektakel vor der Tür (los geht's am 29. Dezember in Oberstdorf) und der heimische Schisprungfan darf sich schon jetzt entspannt zurücklehnen: Österreichs "Adler" unterstrichen im Vorfeld einmal mehr ihre Dominanz (unter den Top sechs finden sich gleich vier ÖSV-Hupfer) und sind erneut auf Sieg programmiert. Etwaige Einmischungen von Seiten der Gegnerschaft sind bis auf zwei Ausnahmen (der Schweizer "Schanzen-Potter" Simon Ammann und mit Abstrichen Wikinger Björn Einar Romören) nicht zu befürchten.
Klingt doch verlockend, oder? Aber andererseits auch fad. So erfreulich Siege in Rot-Weiß-Rot auch sind, ohne ernst zunehmendes Kräftemessen mit dem Rest der Welt ist's eben nur der halbe Spaß. Doch was ist los mit der Konkurrenz? Wie kommt's, dass Österreich im Nationencup bereits jetzt doppelt so viele Punkte wie der erste Verfolger Deutschland aufweist? Was ist los mit den einstigen Königen der Lüfte?
Schwächelnde Haudegen
Ganz ehrlich - bei denen ist die Luft draußen. Von den alten "Haudegen" ist es nur Loitzl (29 Jahre), der nach wie vor ganz vorne mitmischen kann. Der Rest? Der Deutsche Michael Uhrmann (31) ist als 11. im Gesamtweltcup noch am nächsten dran. Gefahr geht von ihm in seiner momentanen Verfassung aber ebenso wenig aus wie von Martin Schmitt (31).
Der einstige "Flugsaurier" ist nach dem letztjährigen Zwischenhoch, das ihm sogar überraschend WM-Silber auf der Großschanze von Liberec bescherte, wieder voll in der "Kiste" (derzeit Gesamt-23.). Der österreichische DSV-Trainer Werner Schuster vermochte es nicht, Schmitt wieder als Dauergast auf dem Siegerpodest zu installieren und klammert nun als seine Hoffnungen an Nachwuchsmann Pascal Bodmer.
Nicht viel besser bestellt ist es um Adam Malysz (32 Jahre/Gesamt-12.). Der "fliegende Schnauzbart" landete seinen letzten Weltcupsieg im Jahre Schnee, sprich im März 2007. Da ist es auch dem einstigen ÖSV-Coach Hannu Lepistö bis dato nicht gelungen, den Polen aus seinem hartnäckigen Tiefschlaf zu holen.
In der selben Klemme: Roar Ljökelsöy (33/21.), Jakub Janda (31/26.) und der ehemals fliegende Finne Matti Hautamäki (28/31.). Dessen Landsmann Janne Ahonen (32/15.) bleibt bei seinem Comeback derweilen auch noch hinter den in ihn investierten Erwartungen, ist als fünffacher Tournee-Gesamtsieger aber natürlich nicht zu unterschätzen. Vor allem - um ÖSV-Cheftrainer Alex Pointner zu zitieren -, "wenn ihn die Aura der Tournee packt und zu Höchstleistungen antreibt."
"Wir sind so gut"
Doch warum die Schwächen der Gegner analysieren - Pointner hat einen viel besseren Ansatz: "Vielleicht sind die anderen gar nicht so schlecht, sondern wir einfach so gut. Und langweilig wird das Siegen bestimmt nicht - ich habe auf alle Fälle kein Problem damit." Da hat er eigentlich Recht.
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- Ein Anderer
Martin Schmitt
Nach einem kurzen Hoch im letzten Jahr springt der "Milka-Man" wieder in der absoluten Bedeutungs-losigkeit.
Roar Ljökelsöy
2004 und 2005 beendete der Norsker den Gesamtweltcup jeweils auf Platz zwei. Seitdem herrscht bei dem Wikinger totale Flaute.
Michael Uhrmann
Mit Rang elf im Gesamtweltcup ist der Deutsche von den einstigen "Großen" noch am besten platziert.
Jakub Janda
2006 teilte sich der Tscheche noch mit Janne Ahonen den Tourneesieg. Seitdem hüpft er seiner Form vergebens hinterher.
Adam Malysz
Der fliegende Schnauzbart siegte zuletzt im Jahre Schnee, sprich im März 2007. Seine Glanzzeit ist längst vorbei.
Janne Ahonen
Der "Schweiger" aus dem hohen Norden gab heuer sein Comeback, doch kam der Motor bisweilen noch nicht wirklich ins Laufen.










