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Zuletzt aktualisiert: 14.03.2012 um 15:50 UhrKommentare

Skifliegen in Planica: Bardal mit den besten Karten

Das Glück des Gregor Schlierenzauer hängt nicht vom Gewinn der großen Kristallkugel ab. Vor den letzten zwei Einzelbewerben in Planica am Freitag und Sonntag hat der Tiroler 123 Punkte Rückstand auf Anders Bardal.

Das große Duell

Foto © GEPADas große Duell

"Wenn es sein will, dann kann es passieren", sagte der 22-Jährige am Mittwoch. Doch wenn er den Norweger nicht einhole, sei dies kein Problem, die Saison sei mit dem Tourneesieg und fünf Einzelerfolgen ohnehin bereits eine erfolgreiche. Die Weltcup-Gesamtwertung zählte in diesem Winter nicht zu den primären Zielen des Pokalgewinners von 2008/09. Dennoch hat er vor dem Finale noch eine kleine Chance. "Ich kämpfe bis zum Schluss, aber ich bin auf einen Fehler oder eine Schwäche von Anders Bardal angewiesen", sagte Schlierenzauer. "Ich freue mich in Planica vor allem auf lässige Flüge." Der Stubaier hat auf der früheren Weltrekordschanze in Slowenien vier seiner 40 Weltcupsiege gefeiert.

Bestmögliche Leistung abrufen

Der Großschanzen-Weltmeister führte die verlorenen Punkte durch den Sturz in Engelberg (11. nach Halbzeitführung) und die Disqualifikation im 2. Durchgang am Kulm (kaputter Reißverschluss) an, ohne die es an der Spitze der Gesamtwertung viel knapper ablaufen würde. Beide Bewerbe hat übrigens Bardal gewonnen und nach seinem dritten und bisher letzten Saisonsieg in Willingen am 12.2. erstmals das Gelbe Trikot übernommen. Seinen Verzicht auf Sapporo, wo Bardal 98 Punkte geholt hat, sieht Schlierenzauer im Rückblick nicht negativ. "Denn ich bin danach in Predazzo ausgeruht Erster und Zweiter geworden." In Planica will Schlierenzauer nochmals seine bestmögliche Leistung abrufen, nachdem die erfolgreiche Verteidigung des Skiflug-Weltcups (als Zehnter 137 Punkte Rückstand auf den Japaner Daiki Ito) wohl außer Reichweite ist. "Ich will den Kollegen zeigen, 'vergesst mich nicht, ich bin auch noch da'", sagte der Ex-Skiflug-Weltmeister gegenüber der APA.

Bardal flog mit viel Selbstvertrauen nach Slowenien. "Die Schanze in Planica liegt ihm und er weiß, dass er sich bisher gegen Saisonende immer gesteigert hat", erklärte der norwegische Cheftrainer Alexander Stöckl. "Ein Sieg im Gesamtweltcup wäre eine Riesensache." Schließlich würde Bardal als erst dritter Norweger nach Vegaard Opaas (1987) und Espen Bredesen (1994) und nach 18 Jahren Pause wieder die große Kristallkugel erobern. Das wäre wichtig für die Springer, die in Norwegen etwas im Schatten der Skilangläufer und Biathleten stehen. Dem 29-jährigen Bardal würde die Wiederholung seiner zwei fünften Plätze aus dem Vorjahr reichen, um auch im Fall von zwei Siegen von Schlierenzauer die Trophäe zu erobern. Stöckl nahm das Wochenende "relativ entspannt" in Angriff. "Denn wir haben unsere Saisonziele schon jetzt überschritten. Es ist super zu sehen, dass meine Arbeitsweise funktioniert und wir ein sehr gutes Klima im Team haben", sagte der frühere Stams-Trainer.


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