"Ich bin einfach so, wie ich bin"
Thomas Morgenstern flog bei der WM zu drei Mal Gold. Genügend Gründe, um nach 2008 erneut "Sportler des Jahres" zu werden.

Foto © GEPAMorgenstern mit Bundespräsident Fischer und Lizz Görgl
Zwei Mal Sportler des Jahres, vier Mal in der Mannschaft des Jahres - kann so etwas zur Gewohnheit werden?
MORGENSTERN (grinst): Bestimmt nicht. Es ist wieder ein emotionaler und ehrenvoller Moment, diese Auszeichnungen zu erhalten. Mein Dank gilt allen Wegbegleitern und vor allem meinem Manager Edi Federer, der viel zu meiner Karriere beigetragen hat.
Das G'riss um Ihre Person war schon vor der Sportler-Gala groß. Ganz ehrlich, wissen Sie, wie viele Interviews Sie in den letzten Wochen geben mussten?
MORGENSTERN: Über den Sommer hat es schon enorm viele Anfragen gegeben, dazu kamen noch Medien- und PR-Auftritte. Gezählt habe ich das alles natürlich nicht. Aber ich muss betonen, dass es Spaß gemacht hat.
Und welche war dabei die nervigste Frage?
MORGENSTERN: Da gab es einige. Etwa ,Was sind deine Ziele?' oder ,Was erwartest du dir von der neuen Saison?' oder ,Wer, glaubst du, sind deine schärfsten Konkurrenten?'
Und - wie lauten Ihre Ziele?
MORGENSTERN (lacht): Diese Frage ist jetzt aber nicht Ihr Ernst, oder? Das hab' ich Ihnen doch schon vor zwei Monaten beantwortet, oder?
Stimmt! Sie haben gesagt, Sie hätten keine Ziele im herkömmlichen Sinn, wollten sich einfach weiter verbessern und Spaß an der Sache haben. Die Fans werden Ihnen wieder zujubeln - wie wichtig ist Ihnen die öffentliche Meinung?
MORGENSTERN: Sehr wichtig. Nur, dass nicht jeder den Thomas Morgenstern mag, ist logisch. Auf alle Fälle scheue ich nicht den Kontakt zu den Leuten und den Fans. Sie unterstützen mich und ich versuche, ihnen etwas zurückzugeben. Etwa mit meiner Homepage oder meiner Facebook-Seite. Das sind Dinge, die mir ans Herz gewachsen sind.
Als Superstar tragen Sie auch Verantwortung, sind ein Vorbild. Sehen Sie darin einen Auftrag?
MORGENSTERN: Nein, keinen konkreten. Ich meine, ich bin einfach so, wie ich bin. Das scheint den Leuten zu gefallen, und es zeigt mir, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde.
Hätten Sie die Macht, was würden Sie auf der Welt verändern?
MORGENSTERN: Vieles gehört geändert. Ich persönlich könnte mir ein Leben ohne Handy gut vorstellen. Es ist in vielerlei Hinsicht schädlich und es macht faul und bequemlich.
Wie zufrieden ist Thomas Morgenstern mit seinem Leben?
MORGENSTERN: Ich bin sehr zufrieden, kann mir alle zehn Finger abschlecken. Aber natürlich habe ich noch viele Träume und ich möchte noch einiges erleben.
Kollege Schlierenzauer macht Foto-Ausstellungen und entwirft seine eigene Mode-Kollektion - verfolgen Sie neben dem Schispringen auch andere Ziele?
MORGENSTERN: Ja, in den nächsten Wochen kommt eine sportlich- elegante Mode heraus, die ich aber nicht selbst designe. Mir geht es dabei um die Fans - ich möchte ihnen etwas von mir geben, mit dem sie sich identifizieren können.











