Vettori gräbt jetzt Innauers Garten um
Ernst Vettori löste Toni Innauer als ÖSV-Rennsportleiter der Nordischen ab. Innauer hat viele Angebote, schließt aber auch eine Rückkehr nicht aus.

Foto © GEPAAnton Innauer
Was die Kleine Zeitung bereits vor zwei Tagen berichtet hat, ist jetzt vollzogene Realität. Toni Innauer nahm nach über zwei Jahrzehnten als Trainer, Cheftrainer und seit 1993 als Rennsportleiter im Nordischen Bereich beim ÖSV seinen Hut. Mit dem Abtritt des Vorarlbergers geht eine große Ära zu Ende, doch hinterlässt der 51-Jährige auch ein wertvolles sportliches Erbe.
"Ich bin ein ganz anderer Mensch"
Dieses fällt nun in die Hände von Ernst Vettori, der in den letzten Jahren als Marketingleiter im ÖSV und vor allem auch als rechte Hand Innauers fungiert hat. Bereits heute fliegt der Tiroler nach Oslo, um mit den Kombinierer-Trainern erste Gespräche zu führen. "Ich bin ein ganz anderer Mensch als der Toni und ich werde auch einen anderen Weg gehen. Zuerst gilt es aber, viele Gespräche zu führen und Konzepte zu erarbeiten", sagte der 45-Jährige bei seinem Amtsantritt.
Und Innauer? Das Gerücht, dass der Österreicher ins deutsche Lager wechseln könnte, bestätigte sich nicht. Dies sei zwar im letzten Jahr ein Thema gewesen, doch kam es nicht zustande. Außerdem hat der ehemalige Weltrekordler eine Klausel in seinem Vertrag, die besagt, dass er im kommenden Jahr für keinen anderen Verband arbeiten darf. Wohin führt also der Weg des Olympiasiegers von 1980? "Ich habe viele Angebote aus der freien Marktwirtschaft. Diese werde ich nun sondieren und mir alles in Ruhe durch den Kopf gehen lassen. Die Zeit dafür habe ich jetzt ja", lächelte Innauer, der nächste Woche sein Buch "Am Puls des Erfolgs" vorstellen wird.
Allerdings schloss der studierte Psychologe, der seine Vorträge und "Trainertätigkeit" bei Wirtschaftstreibenden ausbauen will, auch nicht aus, vielleicht irgendwann wieder in den Schisport zurückzukehren. "Möglicherweise wieder zum ÖSV, vielleicht gehe ich aber auch zur FIS. Vieles ist möglich, denn ich kann ja auch vernetzt arbeiten."
Und zu seinem Nachfolger: "Der Ernstl ist ein guter Freund und toller Gärtner. Er hat jetzt viel Humus zur Verfügung. Den muss er kräftig umgraben, Neues anlegen und sehen, was in naher Zukunft daraus sprießt."
Features
Toni Innauer
Geboren: 1. April 1958 in Bezau.
Wohnort: Thaur bei Innsbruck.
Funktion: ÖSV-Rennsportdirektor für Sprunglauf und Nordische Kombination.
Werdegang: ÖSV-Cheftrainer 1989 bis 1992 und 2001; seitdem Rennsportdirektor.
Größter Erfolg: Olympiasieger und Weltmeister 1980.
Ernst Vettori
Geboren: 25. Juni 1964 in Absam.
Wohnort: Innsbruck.
Funktion: ÖSV-Marketingleiter im Nordischen Bereich.
Größte Erfolge: Olympiasieger 1992 (Albertville); zweifacher Vierschanzen-Tournee-Sieger (1985/86 und 1986/87); 15-facher Weltcupsieger.














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