Auf die Adler wartet noch viel Arbeit
Simon Ammann jubelt, der ÖSV grübelt. Am Montag (19 Uhr) steigt das Teamspringen - ohne die Schweiz.

Foto © ReutersSchlierenzauer und Kollegen sind die großen Favoriten auf Gold
Die Diskussion um die neue Bindung von Simon Ammann riss auch nach dem Springen auf der Großschanze nicht ab. Der Schweizer, der einmal mehr seine Fähigkeiten als Überflieger bewies, zeigte sich überrascht: "Mich hat es eher erstaunt, dass es so lange ging, bis man die Bindung entdeckt hat, und dass es dann so einen Lärm um ein System gibt, das eigentlich schon vorher gesprungen wurde." Nachsatz des vierfachen Olympiasiegers: "Ich war mir meiner Stärke bewusst und es hat mich auch fokussierter gemacht. Also war das fast ein doppelter Vorteil, auch mental."
Gregor Schlierenzauer freute sich über seine zweite Medaille, aber nicht so sehr wie über die erste. Der ÖSV-Super-Adler, Sieger von 32 Weltcupspringen (davon acht in dieser Saison) sieht Nachholbedarf: "Im Sommer werden wir an der Verbesserung unseres Materials arbeiten." Ist der Vorsprung der kleinen Schisprung-Nation Schweiz am Ende eine Ohrfeige für den starken Österreichischen Schiverband, der viel Geld und Energie in die Entwicklung steckt? "Nein, der ÖSV hat in den vier Jahren immer gut gearbeitet."
Bindung ist Vergangenheit
ÖSV-Rennsportdirektor Toni Innauer will über das Thema Bindung gar nicht mehr sprechen. Muss er auch nicht, wenn man in die nahe Zukunft sieht. Beim Teamspringen am Montag sind die Schweizer nicht dabei. Dafür braucht es vier Athleten, die Schweiz hat nur zwei.
So stellte Innauer lieber fest, dass er mit Schlierenzauer und dem Abschneiden der ÖSV-Mannschaft sehr zufrieden sei: "Natürlich können sie es besser. Es ist aber die Qualität dieser Mannschaft, dass sie auch eine Abwärtsbewegung stoppen kann. Es war in der Vergangenheit oft genug der Fall, dass wir am Ende mit leeren Händen dagestanden sind."
Vor der Leistung des erst 20-jährigen Schlierenzauer zeigte er Respekt: "Er ist ein junger Athlet, da ist es natürlich schwierig, hier als Topfavorit zu springen." Der Tiroler habe aber "Routine gezeigt, weil er zu Bronze geflogen ist, obwohl er in Whistler nicht seine optimale Anfahrtshocke und sein Flugsystem fand."











